Zeichen gegen rechtsradikale Gewalt
publiziert: Samstag, 29. Apr 2006 / 18:02 Uhr

Burgdorf - Nach dem tätlichen Angriff mutmasslich Rechtsextremer auf eine Familie in Burgdorf BE haben zahlreiche Menschen in der Emmestadt ein Zeichen gegen Gewalt gesetzt.

In Burgdorf kommt es immer wieder zu Angriffen durch Rechtsextreme. (Archivbild)
In Burgdorf kommt es immer wieder zu Angriffen durch Rechtsextreme. (Archivbild)
An einem Aktionstag wurden Fahnen bemalt.

Sie sollen als buntes, lebensbejahendes Zeichen gegen Gewalt die Innenstadt eine Woche lang zieren. Im Stadtzentrum wurden Plakate mit dem Titel «Courage - gegen Gewalt und Rassismus» aufgestellt. Damit hat der Gemeinderat eine nach Gewaltvorfällen bereits 2001 ins Leben gerufene Aktion wiederbelebt.

Verschiedene Institutionen und Aktionen, die sich gegen Gewalt und Rassismus engagieren, waren mit Informationsständen präsent. Theater und musikalische Vorträge umrahmten das Programm.

Um 16 Uhr versammelten sich gegen 500 Personen zu einer Schlusskundgebung in der Oberstadt. «Es kann nicht sein, dass in unseren Gassen ´Saujude´ ausgeteilt und ´Heil Hitler´ geschrien wird», empörte sich Gemeinderätin Elisabeth Zäch (SP). Davor die Augen zu verschliessen, sei schwach. Stattdessen brauche es «Courage».

Die Vorfälle seien «weiss Gott genug, dass man hier eingreifen und das Geschehene verbalisieren muss», sagte der ehemalige Rektor des Gymnasiums Burgdorf, Jürg Wegmüller. Statt wegzuschauen oder zu banalisieren müsse vermehrt «Kommunikation gewagt werden».

Racheakt

Der Aktionstag wurde organisiert, nachdem in der Nacht auf den 22. April eine bekannte Burgdorfer Musikerfamilie nach einem Restaurantbesuch tätlich angegriffen worden war.

Zwei Familienmitglieder wurden verletzt. Die Opfer gaben an, dass es sich bei den Angreifern um stadtbekannte Rechtsextreme gehandelt habe.

Die Familie geht von einem Racheakt aus, da sich der 32-jährige Sohn Anfang Jahr für eine Bekannte eingesetzt hatte, die auf der Strasse von Rechtsextremen angepöbelt worden war.

Massnahmen beschlossen

Die Polizei hielt sich bisher bedeckt. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen hiess es dazu lediglich. Ob es sich um einen politisch motivierten Gewaltakt handle, könne deshalb nicht gesagt werden.

Der Burgdorfer Gemeinderat beschloss nach den Vorfällen, diverse Massnahmen. Unter anderem will der Gemeinderat beim Kanton vorstellig werden, damit die Polizeipatrouillen an den Wochenenden verdoppelt werden.

In den vergangenen Jahren ist es in Burgdorf immer wieder zu gewalttätigen Vorfällen mit rechts- und linksradikalen Jugendlichen gekommen. Immer wieder war das Stadtfest der Solennität Anlass für Scharmützel.

(smw/sda)

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