Zelaya überschreitet honduranische Grenze
publiziert: Freitag, 24. Jul 2009 / 17:20 Uhr / aktualisiert: Samstag, 25. Jul 2009 / 08:19 Uhr

Managua - Rund einen Monat nach seinem Sturz als Präsident ist ein erneuter Rückkehr-Versuch von Manuel Zelaya missglückt. Aus Nicaragua kommend überschritt er am Freitagnachmittag (Ortszeit) in einem Pulk von Reportern kurz die honduranische Grenze in Las Manos.

Der gestürzte Präsident Manuel Zelaya rief zur Unterstützung auf.
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Er kehrte aber nach knapp einer Stunde unverrichteter Dinge zurück auf nicaraguanisches Territorium. Honduranische Sicherheitskräfte verhinderten, dass er sich mit seinen Anhängern vereinigen und in die Hauptstadt Tegucigalpa ziehen konnte. Die Interims-Regierung drohte erneut damit, ihn festnehmen zu lassen.

Als Zelaya die Grenze erreichte, verliess er sein Fahrzeug, um zu Fuss weiterzugehen. Die dort eingesetzten honduranischen Soldaten zogen sich von der unmittelbaren Grenzlinie einige Meter zurück.

Zelaya sagte in die Mikrophone, er wolle mit dem Generalstab und den «Putschisten» sprechen und schlug Verhandlungen mit seinen Gegnern in Honduras vor. «Ich kann nicht gegen die starke Opposition der Machtgruppen regieren», sagte er. «Und sie können nicht gegen das Volk regieren.»

Washington will keine Rückkehr Zelayas

Der venezolanische Aussenminister Nicolás Maduro, der Zelaya bis zur Grenze begleitet hatte, sagte, seine Regierung habe US-Präsident Barack Obama aufgefordert, jegliche Hilfe an die De-Facto-Regierung in Tegucigalpa einzustellen.

Washington warnte Zelaya dagegen wegen der instabilen Lage in Honduras vor der Rückkehr. Nach Medienberichten lud das State Department Zelaya für die kommenden Woche zu einem Besuch ein. US-Aussenministerin Hillary Clinton sagte nach honduranischen Medienberichten, der Rückkehrversuch sei «kein Beitrag zur Wiederherstellung von Demokratie und Verfassungsordnung».

Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) José Miguel Insulza, forderte Zelaya im Fernsehen erneut auf, keine Konfrontation zu suchen, sondern an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Zelaya ruft zu Volksaufstand auf

Zelaya hatte den Vermittlungsversuch des costaricanischen Präsidenten Óscar Arias für gescheitert erklärt und war am Donnerstagnachmittag mit einer Wagenkolonne in Managua gestartet, um nach Honduras zurückzukehren.

Zuvor hatte er zu einem Volksaufstand aufgerufen und versucht, seine Anhänger zur Grenze zu dirigieren. Sie sollten ihn in die Hauptstadt Tegucigalpa begleiten, und ihm damit den Weg zurück ins Präsidentenamt ebnen.

(smw/sda)

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