Zhao Ziyang ist tot
publiziert: Montag, 17. Jan 2005 / 07:07 Uhr / aktualisiert: Montag, 17. Jan 2005 / 18:55 Uhr

Peking - Der frühere chinesische Parteichef Zhao Ziyang, der wegen seines Widerstands gegen eine gewaltsame Beendigung der Demokratiebewegung 1989 gestürzt worden war, ist tot. Er starb im Alter von 85 Jahren.

Der frühere Parteichef Zhao Ziyang flehte die Demonstranten an, den Platz zu verlassen.
Der frühere Parteichef Zhao Ziyang flehte die Demonstranten an, den Platz zu verlassen.
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"Genosse Zhao" habe seit längerem an Krankheiten der Atmungsorgane und des Herz-Kreislauf-Systems gelitten, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua in einer Kurzmeldung.

Seine Rolle als Parteivorsitzender nannte die Agentur allerdings nicht. Im staatlichen Fernsehen wurde der Tod mit keinem Wort gewürdigt.

Seit seiner Entmachtung und dem folgenden Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens hatte Zhao praktisch unter Hausarrest gelebt und war in der Öffentlichkeit nicht mehr aufgetreten.

Rasante Parteikarriere

Nach einer rasanten Parteikarriere in den 70-er Jahren war Zhao 1980 zum Ministerpräsidenten und sieben Jahre später zum Chef der Kommunistischen Partei ernannt worden.

Mit seinen pragmatischen Wirtschaftsreformen und seiner weiteren Öffnung Chinas nach aussen wurde er schnell zum Hoffnungsträger: Lange Zeit galt er vor allem im Ausland als einziger Politiker, der in der Lage dazu wäre, den kommunistischen Giganten zu reformieren.

Doch als Zhao begann, die vorsichtige Reformierung der Politik voranzutreiben und damit die Allmacht der KP in Frage zu stellen, verlor er die Unterstützung seines damaligen Mentors Deng Xiaoping.

Verständis für Studenten war das Ende

Sein offen bekundetes Verständnis für die Forderungen der Studenten nach mehr Demokratie brachte seine Laufbahn zu einem abrupten Ende.

Am 4. Juni 1989 wurde die Revolte auf dem Platz des Himmlischen Friedens blutig niedergeschlagen, knapp drei Wochen später verlor Zhao alle Ämter und seine Bewegungsfreiheit.

Mindestens 1400 Opfer

Bis heute bezeichnet die chinesische Führung die blutige Niederschlagung der "Konterrevolution" als notwendige Massnahme, um die politische Lage stabil zu halten und die Wirtschaftsreformen voranzutreiben.

Dem Aufstand fielen mindestens 1400 Menschen zum Opfer; inoffizellen Schätzungen zufolge wurden sogar mehr als 3600 Menschen getötet.

(sl/sda)

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