Zivildienst: Einsatzbetriebe teils «ausgebucht»
publiziert: Donnerstag, 28. Jan 2010 / 23:51 Uhr

Bern - Weil das Interesse am Zivildienst stark angestiegen ist, droht ein Mangel an Einsatzplätzen. Der Zivildienst sucht Institutionen, die Zivildienstleistende beschäftigen möchten. Dies hat das Volkswirtschaftsdepartement (EVD) mitgeteilt.

In Spitälern und Pflegeheimen gibt es genügend Plätze.
In Spitälern und Pflegeheimen gibt es genügend Plätze.
6 Meldungen im Zusammenhang
Regional und saisonal gebe es bereits Engpässe, sagte der Leiter des Zivildienstes, Samuel Werenfels, auf Anfrage. Auch seien Plätze in bestimmten Einsatzbereichen «ausgebucht», zum Beispiel bei Umweltschutzorganisationen.

In Spitälern und Pflegeheimen, wo die meisten Zivildienstleistenden tätig sind, gibt es genügend Plätze. Es sei aber nicht sinnvoll, jemanden zu einem solchen Einsatz zu zwingen, sagt Werenfels. «Wer mit Menschen in einem Pflegeheim zu tun hat, sollte für diese Arbeit motiviert sein.»

Bis zu 50 Franken pro Tag

Institutionen, die Zivildienstleistende beschäftigen möchten, können sich beim zuständigen Regionalzentrum melden. In Frage kommen neben öffentlichen Institutionen bei Bund, Kantonen oder Gemeinden private Institutionen, die nicht gewinnorientiert sind.

Voraussetzung ist, dass sie in Gesundheits- und Sozialwesen, Umweltschutz, Kulturgütererhaltung, Landwirtschaft, Forstwesen, Enwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe oder Katastrophenbewältigung tätig sind.

Das EVD weist darauf hin, dass Einsatzbetriebe Taschengeld, Unterkunft und Verpflegung bezahlen sowie eine Abgabe an den Bund entrichten müssen. Dies koste die Betriebe bis zu 50 Franken pro Tag.

Abschaffung der Gewissensprüfung

Aktuell stehen gemäss den Angaben des Zivildienstes 6593 Einsatzplätze zur Verfügung. 2009 wurden aber 7213 Zivildienstgesuche gestellt, wie im Dezember bekannt geworden war. 6720 der Gesuche waren per Ende Jahr bewilligt.

Grund für die sprunghafte Zunahme ist eine Gesetzesänderung: Seit dem 1. April 2009 müssen Männer, die keinen Militärdienst leisten wollen, nicht mehr zur Gewissensprüfung antreten. Sie müssen nur die Bereitschaft aufbringen, länger Dienst zu leisten.

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Der Nationalrat hat mit 98 zu ... mehr lesen 1
Das seit knapp einem Jahr geltende Zivildienstgesetz sei teurer als erwartet.
Bundesrat führt neue Regeln für Zivildienstleistende ein.
Bern - Weil zu viele Zivildienst statt ... mehr lesen
Bern - Seit der Abschaffung der ... mehr lesen
Auf den Vorschlag von Samuel Werenfels gab es Seitens der Sicherheitspolitischen Kommissionen noch keine Reaktion.
Der starke Anstieg der Zivildienst-Gesuche im letzten Jahr werden der Abschaffung der Gewissensprüfung zugeschrieben.
Bern - Weniger als ein Jahr nach ... mehr lesen
Bern - Die Sicherheitspolitische Kommission (SIK) des Nationalrates ist besorgt ... mehr lesen
Muss die Armee attraktiver werden?
Weitere Artikel im Zusammenhang
Oberfeldarzt Andreas Stettbacher. (Archivbild)
Bern - Oberfeldarzt Andreas Stettbacher rechnet damit, dass sich langfristig weniger Männer zum Zivildienst melden werden als zur Zeit der Fall ist. Den Grund sieht er in der ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Armee wächst in ihrem Ansehen.
Die Armee wächst in ihrem Ansehen.
In unsicheren Zeiten  Bern - Flüchtlingsströme, Terrorismus und Kriege verunsichern die Bevölkerung. Nie haben Schweizerinnen und Schweizer die weltpolitische Lage in den letzten Jahren so düster eingeschätzt wie heute. Mit der Unsicherheit wächst die Bedeutung der Armee. mehr lesen 1
Ständeratskommission lehnt ab  Bern - Schweizer Soldaten sollen nicht unbedingt frische Milch zum Frühstück bekommen: Das Anliegen von Toni Brunner hatte in der Sicherheitspolitischen Kommission des Ständerates keine Chance. mehr lesen  
Vor Generalstabsoffizieren hatte sich Blattmann harsch über einen mutmasslichen Whistleblower geäussert. (Archivbild)
Rede von Armeechef André Blattmann  Bern - Die Aufnahme einer umstrittenen Rede von Armeechef André Blattmann hat ein juristisches Nachspiel. ... mehr lesen  1
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 14°C 29°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
Basel 16°C 29°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft vereinzelte Gewitter
St. Gallen 17°C 27°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
Bern 15°C 27°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
Luzern 14°C 28°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
Genf 17°C 28°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
Lugano 19°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten