Zivildienstwillige müssen zum Gespräch antreten
publiziert: Freitag, 10. Dez 2010 / 15:41 Uhr / aktualisiert: Freitag, 10. Dez 2010 / 20:32 Uhr

Bern - Rekruten, die Zivildienst leisten möchten, müssen künftig in einem Gespräch die Gründe für ihren Wunsch nennen. Dies hat der Bundesrat beschlossen. Er möchte damit der steigenden Zahl von Zivildienstgesuchen entgegenwirken.

Rekruten sollen allenfalls vom Wechsel in den Zivildienst abgehalten werden.
Rekruten sollen allenfalls vom Wechsel in den Zivildienst abgehalten werden.
5 Meldungen im Zusammenhang
Für die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) ist die Einführung des «Gesprächs Zivildienstgesuch» höchst problematisch. Die Gemeinschaft Schweizer Zivildienstleistender spricht von Schikane. Befürchtet wird die Wiedereinführung der Gewissensprüfung.

Alt Nationalrat Heiner Studer (EVP/AG), der Motionär für die Abschaffung der alten Gewissensprüfung fürchtet, «dass der Bundesrat die Gewissensprüfung durch die Hintertür wieder einführt.»

Ein solches Vorgehen sei nicht statthaft, wird Studer in einem Communiqué des Schweizerischen Zivildienstverbands CIVIVA vom Freitag zitiert. Weder der Verband noch andere Direktbetroffene hätten Gelegenheit gehabt, sich zum Vorhaben zu äussern, kritisiert er das Vorgehen des Bundesrates.

«Von lächerlich bis rechtlich fragwürdig»

«Die beschlossenen Massnahmen sind von lächerlich über fahrlässig bis rechtlich fragwürdig, alles ausser sinnvoll», kritisierte die Gemeinschaft Schweizer Zivildienstleistender die Revision der Zivildienstverordnung.

Auch die GSoA geht mit dem Bundesrat hart ins Gericht. Er verunmögliche jungen, leistungswilligen Männern, einen «sinnvollen Dienst an der Gesellschaft» zu leisten. Zudem würden die administrativen Hürden Zivildienstwillige benachteiligen. Auch lasse der Bundesrat mit dieser Verschärfung den Tatbeweis der anderthalbfachen Dienstleistung nicht gelten.

«Die Armee braucht alle diese jungen Männer nicht und der Bundesrat will trotz gegenteiligen Behauptungen ein Massenheer erhalten», hielt die GSoA weiter fest. Nicht tragbar sei, dass unter Umständen militärisches Personal, also die Armee, über das Vorliegen von Gewissensgründen entscheidet.

Auch Armeeangehörig könne Gespräche führen

VBS-Sprecher Martin Bühler bestätigte auf Anfrage, dass neben Zivilpersonen auch Angehörige der Milizarmee die Gespräche in den Rekrutierungszentren führen können.

Für die Grüne Partei ist die Legitimität solcher Gespräche fraglich. Auch sie befürchtet eine Wiedereinführung der Gewissensprüfung durch die Hintertüre. Der Bundesrat sollte vielmehr eine Grundsatzdebatte über die Wehrpflicht anstossen, teilten die Grünen mit.

Fortschritt

Was für die GSoA ein Rückschritt ist, ist für SVP-Nationalrat Christian Miesch (BL) ein Fortschritt. «Es ist ein Schritt in die richtige Richtung», sagte der Sicherheitspolitiker und Verfechter von Verschärfungen für Zivildienstwillige, auf Anfrage.

Er werde nun vorerst abwarten und die Entwicklung beobachten. Sollte die Anzahl Zivildienstgesuche nicht sinken, werde er weitere Schritte fordern.

(ht/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Immer mehr Armeeangehörige leisten ihren Dienst am Stück. 2010 wurden über 3800 Durchdiener rekrutiert, 75 Prozent ... mehr lesen
Von 40'535 Beurteilten waren 66 Prozent für den Militärdienst tauglich.
Rekrutierungszentrum Rüti: Weniger Zivildienstgesuche in 2010 (Archiv).
Bern - Kaum gelockert, werden die Zulassungsbedingungen zum Zivildienst schon wieder verschärft. Bundesrat und ... mehr lesen
Bern - Verteidigungsminister Ueli Maurer hat sich am Mittwoch im Ständerat Kritik von allen Seiten anhören müssen. Der Rat ... mehr lesen 2
«Missglückter Balanceakt»: Ueli Maurer.
Die Armee hat nicht zu wenig Material zur Verfügung, sondern schlicht zu viele Soldaten.
Mattea Meyer Die Frage der Woche im Politspektrum lautet: Wohin soll es mit der Schweizer Armee gehen? Der heutige Beitrag ist von Mattea Meyer, Vizepräsidentin der JUSO. mehr lesen
Bern - Die sicherheitspolitischen Kommissionen (SIK) des Parlaments sind sich weiterhin nicht einig, ob die Hürden für den ... mehr lesen
Die sicherheitspolitischen Kommissionen sind uneinig in der Zivildienst-Frage. (Archivbild)
«SonntagsBlick»: «Die Armee ist mein Kind», sagt SVP-Verteidigungsminister Ueli Maurer in einem Interview.
«SonntagsBlick»: «Die Armee ist mein ...
Presseschau  Bern - Osterhasen, Tennis und Eishockey: Das ist der Pflichtstoff auf den Titelseiten der Sonntagszeitungen an Ostern 2014. Doch auch Bundesrat Ueli Maurer und Meinungsforscher Claude Longchamp haben erneut grosse Auftritte. 
Ueli Maurer will auch bei Gripen-Nein VBS-Chef bleiben Bern - Im Abstimmungskampf um die Gripen-Beschaffung hat Bundesrat ...
Junge stimmen doch ab - Umfrage in der Kritik Bern - Politologen zweifeln an der angeblich ausserordentlich tiefen ...
Worüber die Sonntagszeitungen berichten Bern - An der angeblichen Stimmabstinenz der Jungen kommt Zweifel auf, ein Rekord ...
Dominator  Bern - This Jenny hat seine Siegesserie im britisch-schweizerischen Parlamentarierskirennen fortgesetzt: Der Glarner alt SVP-Ständerat gewann auch heuer das traditionelle Skirennen in Davos. Am zweitschnellsten auf den Skiern unterwegs war Nationalrat Thomas Aeschi (SVP/ZG).  
This Jenny. (Archivbild)
Ständerat This Jenny tritt wegen Krebserkrankung zurück Bern - Der Glarner SVP-Ständerat This Jenny tritt per sofort zurück. Er leide an einem bösartigen Magen-Tumor, ... 1
Titel Forum Teaser
  • Midas aus Dubai 3342
    Nicht so sicher Ich bin mir nicht so sicher, ob Frau Stämpfli Sie gerne als Fan hätte : ... gestern 12:35
  • keinschaf aus Henau 2219
    künftiger Fan Schreiben Sie auf keinen Fall weitere Artikel in genau dieser Form und ... gestern 09:44
  • keinschaf aus Henau 2219
    Eigentlich... ..ist der ganze Hype um diesen Beitrag völlig deplatziert. Es ... Fr, 18.04.14 16:13
  • keinschaf aus Henau 2219
    Solange... ...das SRF von Zwangsgebühren leben kann, wird sich in diesem Laden nie ... Fr, 18.04.14 15:09
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2091
    Titelbild Was die Asylgesuchsteller in der CH betrifft, kommt dieses Bild der ... Fr, 18.04.14 10:31
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2091
    Konkret! "Am meisten Gesuche stellten Personen aus Syrien (1188). Auf Rang zwei ... Fr, 18.04.14 10:26
  • jorian aus Gretzenbach 1445
    Registrierter Spinner Ja ich weiss, dass ich registriert bin. Die wissen schon wer ich bin. ... Do, 17.04.14 08:45
  • keinschaf aus Henau 2219
    Appeasement Appeasement, Appeasement.... Zitat BP: "Aber die Schwyzerinnen und ... Do, 17.04.14 07:03
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich 4°C 11°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Basel 0°C 12°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 3°C 14°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 2°C 16°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 3°C 17°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 3°C 16°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 6°C 16°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten