Verbotene Fracht
Zoll stellt Gift-Schmuck, K.o.-Tropfen und 60 Vogelspinnen sicher
publiziert: Mittwoch, 11. Feb 2015 / 13:59 Uhr
Dank verbesserter Risikoanalysen war fast jede zweite Kontrolle im Frachtverkehr ein Treffer.
Dank verbesserter Risikoanalysen war fast jede zweite Kontrolle im Frachtverkehr ein Treffer.

Zürich - Mitarbeiter des Zolls am Flughafen Zürich und der Grenzwachtregion II (Zürich, Thurgau, Schaffhausen) haben letztes Jahr massenweise giftige, gefährliche, gefälschte und verbotene Waren beschlagnahmt. Unter anderem fanden sie giftigen Schmuck, Drogen und Waffen.

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Die Zöllnerinnen und Zöllner kontrollieren einreisende Fluggäste sowie Frachtgüter, von denen am Flughafen täglich gegen 1200 Tonnen umgeschlagen werden, wie Heinz Widmer, der Leiter der Zollstelle, vor den Medien sagte. Dabei müssen sie sich auf gezielte Stichproben beschränken.

Dank verbesserter Risikoanalysen war fast jede zweite Kontrolle im Frachtverkehr ein Treffer: Von den insgesamt 7854 kontrollierten Sendungen gaben 3506 Grund zur Beanstandung, so Widmer. Damit betrug die Trefferquote 44,6 Prozent, 4,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Reiseverkehr kamen auf 59'582 Abfertigungen 3679 aufgedeckte Schmuggelversuche, 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Unter anderem entdeckten die Zöllnerinnen und Zöllner insgesamt 17,3 Kilo K.o.-Tropfen. Sie waren laut Widmer häufig als Putzmittel getarnt. Wie schon in den Vorjahren wurde Gemüse aus der Karibik und aus Asien beschlagnahmt, das alles andere als gesund war.

Giftiges Gemüse

Wie Widmer sagte, waren darunter beispielsweise 825 Kilo Auberginen aus der Dominikanischen Republik. Sie enthielten gut 400 mal mehr Insektizide und Fungizide als der Schweizer Grenzwert erlaubt.

Ganz besonders staunten die Zollbeamten, als sie eine Schmuck-Sendung aus China kontrollierten. Die hübschen Ketteli, Anhänger oder Ohrstecker - insgesamt 277 Kilogramm - waren fein säuberlich für den Einzelhandel verpackt und angeschrieben. 24 Kilo davon - 1350 Schmuckstücke - bestanden jedoch zu 95 Prozent aus hochgiftigem Kadmium, das Leber, Lunge und Niere schädigen kann.

39 Prozent mehr Waffen beschlagnahmt

Einige Rekordwerte verzeichneten die Grenzwächterinnen und Grenzwächter. Sie machen Kontrollen nicht nur im Strassen-, Bahn- und Luftverkehr, sondern nehmen ganz gezielt auch Brief- und Paketsendungen unter die Lupe.

Unter anderem deckten sie 1855 (Vorjahr 1744) Drogendelikte auf und erkannten 239 (209) Dokumente als Fälschungen, wie Kommandant Thomas Zehnder sagte. Zudem registrierten sie 583 Verstösse gegen das Waffengesetz und beschlagnahmten 39 Prozent mehr Waffen, als im Vorjahr.

Eine Zunahme gab es auch bei Waffen, die als harmlose Gebrauchsgegenstände - etwa als Handy oder Taschenlampe - getarnt waren. So entdeckten Grenzwächter in einem Auto eine Taschenlampe, die erstaunlicherweise zwei Knöpfe hatte.

Zehnder demonstrierte vor den Medien ihre Funktionen: Mit dem einen Knopf knipste er das Licht an. Mit dem anderen aber setzte er ein laut knatterndes Elektroschockgerät in Gang, das «Sie relativ rasch flach legt».

12,2 Kilo Designerdrogen

Kontrollen nahmen die Grenzwächter aber auch in den Postzentren Mülligen AG und Urdorf ZH vor. In Briefumschlägen und Paketen entdeckten sie dort 12,2 Kilogramm Designerdrogen - 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Pillen und Pülverchen waren im Internet bestellt worden.

Bei den Zollkontrollen im Reiseverkehr deckten die Grenzwächter insgesamt 4908 (4297) Widerhandlungen gegen das Zoll- und Mehrwertsteuergesetz auf. 288 Reisende (138) erwischten sie beim Versuch, mehr als zehn Kilo Fleisch zu schmuggeln. Fleischprodukte seien generell immer beliebter als Schmuggelware.

98 mal (92) entdeckten sie lebende Tiere, die illegal über die Grenze gebracht werden sollten. Unter anderem versuchte ein Mann am Grenzübergang Thayngen, 60 lebende Vogelspinnen im Rucksack in die Schweiz zu schmuggeln.

(flok/sda)

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