Zu viele Puzzleteilchen fehlten
publiziert: Montag, 4. Mai 2009 / 22:55 Uhr

Nach dem enttäuschenden WM-Out wird Ralph Krueger wieder massiv in die Kritik geraten. Wenn der Naticoach gewisse Mängel beheben kann, ist er für Vancouver aber noch der richtige Mann.

Entäuschung bei Ralph Krueger und dem Team.
Entäuschung bei Ralph Krueger und dem Team.
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Falls Philippe Gaydoul, der neue starke Mann im SEHV, nicht dem unter Managern weit verbreiteten «Aktivismus nach Stellenantritt» erliegt, gilt es die Situation eingehend zu analysieren. Wie 1999 (WM Norwegen) und 2002 (Olympia Salt Lake City) wurden Ziele verpasst, nachdem Kruegers gewachsene Einheit durcheinander geschüttelt worden war.

Hiess bei den vorherigen beiden Turnieren der «Störenfried» David Aebischer, so ist es diesmal Yannick Weber. Dem Nordamerika-Legionär ist ebenso wenig eine Schuld zuzuweisen wie damals dem Goalie. Dass Krueger einem 20-Jährigen mit der Erfahrung von null Länderspielen aber über Nacht so viel Verantwortung überträgt und Bewährtes umwälzt, passt nicht zu seinem Credo der letzten 12 Jahre.

Alles schlecht machen wäre falsch, fehlten doch nur wenige Zentimeter zu einer anderen Betrachtungsweise des Turniers. Wenn man die durchaus möglichen Siege gegen Russland und Lettland eingefahren hätte, könnte man sich auf die K.o. Runde freuen. Positiv ist, dass die Schweizer gegenüber früheren Jahren viel mehr kreierten und in diesem Bereich mehrere Schritte vorwärts gemacht haben.

Mit dem wichtigsten Punkt, der Umsetzung, haperte es aber. Es war weiter nicht zu kaschieren, dass in der NLA die Schlüsselpositionen von Ausländern eingenommen werden, von der NHL sind Schweizer Stürmer weit entfernt. Auch andere personelle Dispositionen, respektive eine Integration von Reto von Arx und Marcel Jenni, hätte daran gar nichts geändert.

Die erschreckende Harmlosigkeit der Stürmer, gepaart mit dem Druck der Heim-WM, ergab eine neue Situation. Die spielstarken Verteidiger riskierten zu viel, wie die matchentscheidenden Fehler von Philippe Furrer, Goran Bezina (beide Russland) und Mathias Seger (Lettland) zeigten.

Als Folge stimmte die defensive Balance nicht mehr. Und wenn ein Goalie wie Martin Gerber wie in den letzten beiden Partien keinerlei Rückhalt bietet und auch ein Mark Streit die (hohen) Erwartungen nicht mehr erfüllen kann, sind Exploits gegen Topnationen kaum zu realisieren.

Da davon auszugehen ist, dass die Nullleistung beim 1:4 gegen Schweden ein Einzelfall war, und weil der «Heimnachteil» wieder wegfällt, dann ist in Vancouver Vieles möglich -- mit Krueger, der die Gegebenheiten an Olympischen Spielen kennt und das Team in Turin zu historischen Erfolgen führte. Zeit für einen Neuanfang ist nachher noch genug.

(Marco Keller, Bern/Si)

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