Zuchthaus für pädophilen Lehrer
publiziert: Dienstag, 14. Dez 2004 / 20:14 Uhr

Zürich - Ein Lehrer ist vom Zürcher Bezirksgericht zu einer Strafe von sechs Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Er hatte vier Schülerinnen wiederholt sexuell missbraucht.

Die massivsten Vorwürfe stritt der Lehrer ab. (Bild: Archiv)
Die massivsten Vorwürfe stritt der Lehrer ab. (Bild: Archiv)
Ausserdem wurde für den 42-jährigen Täter während des Strafvollzugs eine ambulante Psychotherapie angeordnet, wie das Gericht bekannt gab. Der Lehrer gilt gemäss einem psychiatrischen Gutachten als stark rückfallgefährdet.

Der teilgeständige Angeklagte hatte sich zwischen 1996 und 2003 an vier Minderjährigen vergangen. Zwei Schülerinnen im Alter von 12 und 13 Jahren missbrauchte der Lehrer in einem Schulhaus in Zürich.

Regelmässig Übergriffe

Er schlug jeweils unverfroren mitten im Schulunterricht zu, als die übrige Klasse Aufgaben zu lösen hatte. Regelmässig griff der Lehrer den Mädchen zwischen die Beine oder betastete sie an den Brüsten. An einer weiteren, 13-jährigen Schülerin hatte sich der Lehrer bereits Mitte der 90er Jahre im Kanton Thurgau vergangen.

Am schlimmsten erging es einer zur Tatzeit acht- bis neunjährigen Schwester eines Patenkindes des Angeklagten. Das Kind hatte er wiederholt zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Jedes Mal versprach er dem Mädchen, fünf Franken in dessen Kässeli zu tun.

Gericht folgt dem Ankläger

An der Prozesseröffnung vom Freitag stritt der Lehrer die massivsten Vorwürfe ab. Sein Verteidiger forderte zweieinhalb Jahre Gefängnis mit einem Aufschub des Strafvollzugs zu Gunsten einer Massnahme. Die Anklage verlangte dagegen acht Jahre Zuchthaus.

Das Bezirksgericht Zürich ist nun in der rechtlichen Würdigung umfassend dem Ankläger gefolgt. Verurteilt wurde der Lehrer wegen mehrfacher Vergewaltigung, mehrfacher sexueller Nötigung sowie mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern.

(sl/sda)

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