Zürcher Beratungsstelle für Militärverweigerung hat viel zu tun
publiziert: Dienstag, 23. Sep 2003 / 17:44 Uhr

Zürich - Die Beratungsstelle für Militärverweigerung in Zürich hat zwischen August 2002 und Juli 2003 insgesamt 6084 Anfragen beantwortet. Dies sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr und doppelt soviele wie 1999.

Besonderes gewachsen ist das Interesse am Zivildienst.
Besonderes gewachsen ist das Interesse am Zivildienst.
Besonderes gewachsen ist das Interesse am Zivildienst, wie die Beratungsstelle mitteilte. Rund 2600 Anfragen seien dazu eingegangen, ungefähr gleich viele von Personen, die keinen Militärdienst geleistet haben, und von solchen, die nach dem Militärdienst den Umstieg suchen.

Immer noch den Grossteil der Beratungen machen Anfragen zum blauen Weg, der Ausmusterung über ein ärztliches Zeugnis, aus. Dieser Ausstiegsweg brauche jedoch keine besondere Beratung mehr.

Die nötigen Informationen inklusive Arztadressen seien bei Kollegen oder im Internet erhältlich. Und man komme schnell und einfach weg, wenn man sich mit ein bis zwei Sitzungen bei einem Psychiater oder Psychologen ein Zeugnis beschaffe.

Von 1990 bis 2002 stieg der Anteil der Untauglichen bei der Aushebung laut Communiqué von 12 auf 22 Prozent. Während der RS steige etwa jeder fünfte Rekrut aus der Armee aus. Zudem suchten jährlich Tausende den Abschied, bevor sie in den WK müssten. Damit dürften sich, so die Beratungsstelle, 40 Prozent der Männer im wehrpflichtigen Alter vorzeitig vom Militär verabschieden.

Seit ihrer Einrichtung am 1. November 1981 hat die Beratungsstelle rund 36´000 Beratungen durchgeführt. Sie hat eine Zentrumsfunktion für die Deutschschweiz. Es gibt zwar Beratungsstellen in anderen Städten, mit Ausnahme von Bern arbeiten dort aber nur Freiwillige. In Zürich teilen sich drei Personen 130 Stellenprozente, verstärkt von einem Dutzend Freiwilligen.

(bert/sda)

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