Justiz
Zürcher Justizkommission reicht im Fall «Carlos» Strafanzeige an
publiziert: Sonntag, 1. Dez 2013 / 16:35 Uhr
Die Justizkommission hat im Fall «Carlos» Strafanzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung eingereicht. (Symbolbild)
Die Justizkommission hat im Fall «Carlos» Strafanzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung eingereicht. (Symbolbild)

Zürich - Die Justizkommission des Zürcher Kantonsrates hat im Fall «Carlos» Strafanzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung eingereicht. Auslöser war ein Bericht der Zeitung «Schweiz am Sonntag» vom vergangenen Sonntag. Darin wurden präzise Angaben zu den Kosten von Sonder-Settings gemacht.

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Im Bericht wurden mehrere Geldbeträge genannt, die an jene externe Firma geflossen sein sollen, die unter anderem für «Carlos» Betreuung zuständig war. Die «Schweiz am Sonntag» stützte sich dabei laut eigenen Angaben auf Antworten, welche die Zürcher Jugendanwaltschaft der Justizkommission (JUKO) lieferte.

Diese hatte den Fall «Carlos» untersucht und zu diesem Zweck verschiedene Abklärungen vorgenommen. Ihren Bericht veröffentlichte die JUKO am vergangenen Donnerstag. Darin steht nichts über Geldbeträge, welche an die externe Firma geleistet wurden.

«Es sind offensichtlich Dokumente an die Zeitung weitergereicht worden, die dem Amtsgeheimnis unterstehen», sagte JUKO-Präsident Hans Läubli (Grüne) am Sonntag auf Anfrage. Er bestätigte damit einen Artikel der «NZZ am Sonntag». Die Anzeige gegen Unbekannt sei bei der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft eingereicht worden.

Die Justizkommission hatte am 10. September entschieden, den Fall «Carlos» genauer unter die Lupe zu nehmen. Zu diesem Zweck führte sie verschiedene Abklärungen durch.

In ihrem Bericht gelangte die JUKO zum Schluss, dass das Sonder-Setting für den unter dem Namen «Carlos» bekannt gewordenen jugendlichen Straftäter korrekt abgelaufen sei. Bei den Kosten hätte man jedoch genauer hinschauen müssen.

Die Spezialbehandlung für «Carlos» kostete monatlich 29'200 Franken. Sie beinhaltete, organisiert von einer externen Firma, eine Betreuung rund um die Uhr. Die Höhe der Kosten wurde von vielen Seiten kritisiert.

 

(tafi/sda)

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Zürich - Die Anordnung des Sonder-Settings für den unter dem Namen «Carlos» bekannt gewordenen jugendlichen Straftäter ist korrekt abgelaufen. Bei den Kosten hätte man jedoch genauer hinschauen müssen. Zu diesem Schluss kommt die Justizkommission des Zürcher Kantonsrates. mehr lesen  1
Der Zürcher Regierungsrat steht hinter der Spezialbehandlung für den jugendlichen Straftäter «Carlos». Einzig durch das Sonder-Setting sei es gelungen, bei «Carlos» über ein Jahr Stabilität und Verlässlichkeit zu erzeugen. Zwar seien die Kosten hoch, wegen des Ausnahmecharakters aber «vertretbar und verhältnismässig». mehr lesen  2
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Ist mir auch aufgefallen...
Natürlich ist das Vorgehen der Behörden im Fall "Carlos" seit der Aufdeckung des skandalträchtigen "Settings" unschön für den Betroffenen, aber mitnichten "juristisch unkorrekt", wie Köppel meinte. Er hat auf unglückliche Weise nur seine Sonderbehandlung gegen eine Standardbehandlung eintauschen müssen.

Ich finde solche Sondersettings eine Sauerei - unabhängig von Carlos und der begangenen Tat.
Da liegt die WW böse neben den Schuhen!

Ich denke nicht, dass die Bevölkerung ein Recht darauf hat, die Kosten einzelner Verfahren zu erfahren. Aber es darf generell nicht sein, dass ein Strafvollzug das 10fache dessen kostet, was ein Armengenössiger, der nichts verbrochen hat, in der Gesellschaft kostet.
Sondersettings, was auch immer das bedeuten soll, dürfte es keine geben. Ich finde es geradezu grotesk, einem jugendlichen Messerstecher eine Ausbildung zum Thaiboxer zu finanzieren und das dann auch noch im Rahmen eines Strafvollzugs.
Da möchte manch einer lieber im Strafvollzug sitzen, als bei der Sozialhilfe.

Das sind die Auswüchse eines Therapie- und Begleiterstaats, der aus einem guten Ansatz eine perverse Industrie herangezogen hat.

Ich möchte die Zürcher Strafvollzugsbehörden und die Verantwortlichen gerne einmal fragen, ob ich auch eine Ausbildung zum Boxer erhalte, wenn ich in Zürich jemandem ein Messer in den Rücken ramme oder ob es vielleicht, wie mein Vorredner andeutete, doch etwas mit der Herkunft des Knilchs zu tun hat.
Im ersten Fall wäre es eine grandiose Verschleuderung von Steuergeldern im grossen Stil, im zweiten Fall eine Günstlingswirtschaft.
ich weiss jetzt nur gerade nicht, worüber ich mehr kotzen möchte.
Die JUKO liegt falsch!
Die JUKO liegt falsch mit Ihrer Strafanzeige: Die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, was der Kanton Zürich an Steuergeldern für das Setting des Sohnes eines 65-jährigen Schweizer Architekten ausgegeben hat. Carlos scheint das Kind einer bessergestellten Familie zu sein, sonst würden sich nicht der Unternehmerberater Anton Schaller mit einem Plädoyer - "Carlos das Kind unserer Gesellschaft" - im "Tages-Anzeiger" und die "Weltwoche" für ihn einsetzen!
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