Zürcher Obergericht verschärft Strafen für Schläger
publiziert: Freitag, 11. Jul 2008 / 07:42 Uhr

Zürich - Zwei junge Männer haben vor vier Jahren einem Mann solche Fusstritte versetzt, dass er noch heute behindert ist. Das Zürcher Obergericht verschärfte die Strafen der Erstinstanz und verurteilte sie zu mehrjährigen Freiheitsstrafen.

Das Opfer hat durch die Prügelei ein schweres Schädelhirntrauma erlitten - mit Lähmungen der Arme und Beine. (Archivbild)
Das Opfer hat durch die Prügelei ein schweres Schädelhirntrauma erlitten - mit Lähmungen der Arme und Beine. (Archivbild)
Nach einer Partynacht in Zürich gingen zwei 18-jährige Schweizer am Morgen des 11. Juli 2004 in ein Fast-Food-Restaurant am Bahnhofplatz. Ein Streit mit einem 27-jährigen Südafrikaner eskalierte.

Die beiden Verurteilten schlugen auf ihr Opfer ein. Als dieser zu Boden fiel, versetzten sie ihm Fusstritte und sprangen ihm auf den Kopf.

Der jüngere der beiden kehrte zudem noch einmal zurück und trat dem regungslos am Boden liegenden Opfer noch zweimal in den Kopf. Der Mann erlitt ein schweres Schädelhirntrauma mit Lähmungen der Arme und Beine.

Knapp drei Wochen später wurden die beiden Angeklagten anhand eines Videos über den Tathergang verhaftet. Sie gaben die Prügelei zu, machten aber Notwehr geltend.

Strafe nun verdoppelt

Im April 2007 verurteilte das Zürcher Bezirksgericht den Haupttäter zu einer dreieinhalbjährigen Strafe, die er aber nicht absitzen musste. Der andere Angeklagte wurde wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein und forderte vor Obergericht erfolgreich Straferhöhungen: sechs Jahre Freiheitsstrafe für den arbeitslosen Hauptbeschuldigten, vier Jahre für den Studenten.

Die Angeklagten wurden zudem solidarisch verpflichtet, dem Geschädigten eine Genugtuung von 150'000 Franken, sowie einen noch zu bestimmenden Schadenersatz zu zahlen.

(dl/sda)

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