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Meldung vom Montag, 26. August 2002 / 16:28 h
Zürcher Obergericht verurteilt Anlageberater
Zürich - Das Zürcher Obergericht hat den Geschäftsführer sowie
einen Vermittler der Finanzfirma «Lincoln Systems Limited» zu 15 und 8 Monaten Gefängnis bedingt verurteilt. Sie veruntreuten via Schneeballsystem 3,3 Millionen Franken.
(ms/sda)
Die beiden Schweizer Angeklagten hatten Mitte der 90er Jahre
310 Anleger aus Zürich, der Ostschweiz und Süddeutschland hinters
Licht geführt. Die Kaufleute taten dies über die Finanzfirma
Lincoln, die auf den bekannten «Club 2000» zurückging, der
seinerseits Verbindungen zum «European Kings Club» hatte.
Den per Schneeballsystem gewonnenen Anlegern versprachen sie
monatliche Renditen von rund 14 Prozent. Der Grossteil der
investierten Summen landete aber nicht in den angeblichen
Anlagefonds, sondern wurde jeweils als Renditen an die
Ersteinsteiger ausbezahlt.
Als das System zusammenbrach, hatten die Anleger über 3,3 Millionen Franken verloren. Im November 2001 mussten sich der Geschäftsführer
sowie der Vermittler, der sich vor Gericht als Scientology-Mitglied
bezeichnete, wegen mehrfacher Veruntreuung vor dem Bezirksgericht
Zürich verantworten.
Während die Anklage Gefängnisstrafen von 18 und 11 Monaten
forderte, liess es das Gericht bei 15 und 8 Monaten bewenden. Die
leichte Strafsenkung begründete es einerseits mit den Geständnissen
der Beschuldigten im Sachverhalt, andererseits mit der überlangen
Prozessdauer.
Am Montag wurde das Urteil des Bezirksgerichts rechtskräftig,
nachdem die beiden Angeklagten ihre Berufungsanträge zurückgezogen
hatten.