Zürcher Polizei an Ausschreitungen schuld?
publiziert: Freitag, 16. Sep 2005 / 11:08 Uhr / aktualisiert: Freitag, 16. Sep 2005 / 16:39 Uhr

Kopenhagen/Zürich - Nach Ausschreitungen vor dem UEFA-Cup-Spiel Bröndby Kopenhagen gegen den FC Zürich hat die dänische Polizei schwere Vorwürfe gegen ihre Schweizer Kollegen erhoben. Die Zürcher Stadtpolizei weist diese zurück.

Unter den circa 500 Zürcher Fans befanden sich 50 Hooligans.
Unter den circa 500 Zürcher Fans befanden sich 50 Hooligans.
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Die Zürcher Stadtpolizei habe im Vorfeld umfassend, korrekt und detailliert informiert, sagte Sprecherin Susann Birrer auf Anfrage.

So habe die Stadtpolizei etwa mitgeteilt, dass 400 bis 500 Fans anreisten, darunter auch rund 50 gewaltbereite Fans. Zudem habe sie den Dänen gesagt, was unter gewaltbereit zu verstehen sei.

Solidaritätsaktion

Bei den Ausschreitungen handle es sich aber nicht um eine Auseinandersetzung mit anderen Fans, sondern um eine Solidaritätsaktion nach einer Sachbeschädigung.

«So etwas ist nicht vorauszusehen», sagte Birrer weiter. Für die Stadtpolizei war der Fussballmatch keine «Partie mit hohem Risiko».

Dänische Gegendarstellung

Laut der dänischen Polizei hatten die zuständigen Stellen in Zürich trotz Anfrage keine Informationen über mitgereiste gewalttätige Hooligans übermittelt, obwohl diese als solche bekannt gewesen seien.

Die Zürcher hätten das Treffen als «tiefes Risiko» eingeschätzt, sagte Polizeisprecher Arne Wissing.

Zürcher Fans hatten am Vorabend neun Polizisten, die sie vom Bahnhof zum Stadion von Bröndby begleiten sollten, mit Flaschen, Steinen und Nietengürteln angegriffen. Die Polizisten wollten einen Schweizer festnehmen, der im Zug ein Graffiti anbrachte.

Die Polizisten in Zivil hätten sich ausgewiesen und seien erfahrene Leute, betonte Wissing. Sie hätten keine andere Wahl gehabt, als sich mit mehreren Warnschüssen in die Luft zu wehren. Die Polizei forderte darauf zahlreiche Verstärkung an, um den Angriffen ein Ende zu setzen.

Die Verstärkung nahm laut Wissing 97 der rund 200 Schweizer Fans fest. Drei Polizisten und ein Zürcher wurden bei den Auseinandersetzungen leicht verletzt.

(bsk/sda)

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