Zürcher Stadtrat passt Drogenpolitik an
publiziert: Donnerstag, 12. Aug 2004 / 13:57 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 12. Aug 2004 / 14:13 Uhr

Zürich - Die Drogenpolitik der Stadt Zürich hat sich bewährt, muss aber angepasst werden. In einem Bericht ans Parlament nennt der Zürcher Stadtrat Defizite und stellt neue Massnahmen für eine stadtverträgliche Drogenszene in Aussicht.

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Im gut 100-seitigen Bericht zur Drogen und Suchtpolitik der Stadt Zürich zieht der Stadtrat Bilanz seit der Schliessung der offenen Drogenszene am Letten vor bald 10 Jahren und erläutert die Strategie bis 2010.

Wir haben uns derart stark auf die Überwindung der offenen Szene konzentriert, dass wir andere Entwicklungen fast verschlafen hätten, heisst es im Bericht. So sei die Stadt nur zögerlich in die Partydrogenprävention eingestiegen und die Entwicklung beim Cannabiskonsum habe man fast ausschliesslich der Justiz überlassen.

Viersäulen-Strategie

In allen Bereichen der Viersäulen-Strategie (Prävention, Repression, Überlebenshilfe, Therapie) weist das von der stadträtlichen Drogendelegation präsentierte Papier Handlungsbedarf aus.

Bei der Prävention werden - nicht zuletzt wegen der gewachsenen Jugendarbeitslosigkeit - neue Massnahmen zur Früherfassung jugendlichen Drogenmissbrauchs gefordert. Die berufliche Perspektivenlosigkeit stelle ein gravierendes Risiko dar.

Bei der Repression soll die Polizei im Kampf gegen offene Szenen die Kompetenz erhalten, auch Schweizer wegzuweisen. Eine Revision der Polizeiverordnung werde dem Parlament vorgelegt. An den Bund richtet der Stadtrat den Appell, bestehende Vollzugsprobleme bei der Wegweisung und Ausschaffung delinquierender Ausländer zu lösen.

Neuausrichtung der Überlebenshilfe

Die Überlebenshilfe für Drogenabhängige soll teilweise neu ausgerichtet werden, zur besseren sozialen Integration Abhängiger. Bei der Therapie gilt das Augenmerk Kokainsüchtigen: So wird ein Programm für schwerstabhängige, desintegrierte Kokainkonsumenten angeregt, ähnlich der medizinischen Heroinabgabe.

Der Stadtrat richte sich auch künftig nicht nach dem Ziel einer drogenfreien Gesellschaft aus, sagte Stocker, sondern peile realistischerweise eine stadtverträgliche Drogenszene an.

(fest/sda)

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