Zürich: Zwei Jahre Gefängnis für Erpressungsversuch gegen UBS
publiziert: Freitag, 14. Jan 2005 / 13:38 Uhr

Zürich - Wegen versuchter Erpressung hat das Bezirksgericht Zürich einen 60-jährigen Mann für zwei Jahre ins Gefängnis geschickt. Er hatte erfolglos versucht, mit falschen Drohungen 30 Millionen Euro (rund 46 Mio. Franken) aus der Grossbank UBS herauszuholen.

Die Erpressung schlug fehl, die UBS ging auf das Angebot nicht ein.
Die Erpressung schlug fehl, die UBS ging auf das Angebot nicht ein.
Der 60-jährige Angeklagte hatte von Anfang November bis zu seiner Verhaftung Anfang Dezember 2003 in mehreren E-Mails an die zuständigen Stellen der UBS gedroht, in das IT-System der Grossbank einzudringen und grossen Schaden anzurichten. Abwenden könne die Bank dies, indem sie der (von ihm erfundenen) Firma das entsprechende Computer-Programm für 30 Millionen Euro abkaufe.

Der Versuch schlug fehl, da die Verantwortlichen bei der UBS auf das Angebot nicht eingingen, der Angeklagte wurde festgenommen. Er war von Anfang an geständig.

Unüberlegtes Hirngespinst

Bei der Hauptverhandlung vor dem Zürcher Bezirksgericht räumte der Angeklagte ein, das ganze sei ein gewesen. Es hätte wohl eine interessante Geschichte abgegeben - der Angeklagte hat selbst schon Kurzgeschichten veröffentlicht -, habe aber für die Wirklichkeit nicht getaugt.

Die Anklage forderte eine dreijährige Zuchthausstrafe, die Verteidigung 15 Monate Gefängnis bedingt. Das Gericht stufte das Verschulden des Angeklagten als mittelschwer ein. Aufgrund verschiedener Vorstrafen war die Gewährung des bedingten Strafvollzugs nicht möglich.

(fest/sda)

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