Verletzte nicht mehr in Lebensgefahr
Zugunglücksort galt bisher nicht als Risikostelle
publiziert: Donnerstag, 14. Aug 2014 / 12:38 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 14. Aug 2014 / 17:59 Uhr
Eine Untersuchung zur Klärung der Ursache ist eröffnet worden.
Eine Untersuchung zur Klärung der Ursache ist eröffnet worden.

Chur - Untersuchungen sollen die offenen Fragen beim Fast-Absturz eines Zuges der Rhätischen Bahn (RhB) in die Schinschlucht bei Tiefencastel klären. Das Gebiet, wo die RhB-Komposition vom Erdrutsch getroffen wurde, galt bisher nicht als risikoreiche Zone.

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Der genaue Unfallhergang werde untersucht, sagte Christian Florin, Leiter der RhB-Infrastruktur, am Donnerstag in Tiefencastel vor den Medien. Unklar sei, ob der Zug auf einen Erdrutsch auffuhr, ob er vom Schutt von der Seite getroffen wurde, oder ob sich eine Kombination von beidem ereignete.

Die offenen Fragen mit Untersuchungen zu klären, versuchen nun einerseits die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (Sust) sowie andererseits die Bündner Staatsanwaltschaft.

Sust-Untersuchungsleiter Philippe Thürler machte bereits am Donnerstag in der Mittagstagesschau des Schweizer Fernsehen SRF präzise Aussagen zum Unfallhergang. Die Lokomotive habe ein Holzstück überfahren. Danach habe der Lokführer eine Schnellbremsung eingeleitet, worauf die Wagen hinter der Lokomotive vom Erdrutsch getroffen worden seien, sagte er nach einem Augenschein vor Ort.

Kein Rutschhang

Nach Angaben Thürlers handelt es sich bei der Unglücksstelle nicht um einen Rutschhang. Über die Beschaffenheit des Geländes werde ein in Auftrag gegebenes geologisches Gutachten später Auskunft geben. Zudem werde bei MeteoSchweiz ein meteorologisches Gutachten eingeholt.

Beim Ereignis habe es sich eher um einen langsamen Erdrutsch gehandelt, sagte Christian Florin von der RhB. Es sei das erste Mal, dass sich ein Vorfall dieser Grössenordnung an der Unfallstelle ereignet habe.

Im Gegensatz zu anderen Streckenabschnitten wurden am Mittwoch auf der Unfallstrecke zwischen Tiefencastel und Thusis keine besonderen Sicherheitsmassnahmen angeordnet.

Niemand merkte etwas

Wie üblich, ist die Strecke hoch über dem Solis-Stausee vom ersten Zug des Tages langsam durchfahren und vom Lokomotivführer inspiziert worden. Und zwei Stunden vor dem Unglück sei der Abschnitt bei der wöchentlichen Inspektion abgeschritten worden, sagte Florin. Schliesslich habe auch der Lokomotivführer des in die andere Richtung fahrenden Zuges eine halbe Stunde vor dem Vorfall nichts Verdächtiges bemerkt.

Beim Zugunglück wurden fünf Personen schwer verletzt und sechs leicht. Von den fünf Schwerverletzten seien am Donnerstagmittag noch drei als schwerverletzt eingestuft worden, die anderen zwei als mittelschwer, sagte RhB-Direktor Hans Amacker. Niemand schwebe in Lebensgefahr. Zwei der elf Hospitalisierten hätten das Spital verlassen können.

Lokführer behielt kühlen Kopf

Der Lokomotivführer und der Zugführer blieben unverletzt. Psychisch gehe es beiden den Umständen entsprechend gut, sagte Amacker. Der Zugführer hatte bei der Evakuierung des verunglückten Zuges laut den Aussagen mehrerer Passagiere eine zentrale Rolle gespielt und für einen geordneten Ablauf gesorgt.

Die Rhätische Bahn arbeitet nun daran, allen Passagieren das Gepäck zurückzubringen. Die Gepäckstücke aus den vorderen beiden Wagen, die sich in einer prekären Lage befinden, konnten noch nicht geborgen werden.

Die Bergungsarbeiten laufen auf vollen Touren. Bereits am Mittwochabend konnte die Lok weggeführt werden. Am Donnerstagmorgen wurde das Erdmaterial von den Schienen geräumt. Danach begann die Bergung der drei entgleisten Wagen.

Anschliessend werden das Gleis und die Fahrleitung instand gestellt. Die Rhätischen Bahn geht davon aus, dass die Arbeiten bis Samstag abgeschlossen werden können. Die Strecke Samedan - Chur bleibt solange gesperrt.

(awe/sda)

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