Zukunft der Swiss: Übernahme durch Lufthansa unwahrscheinlich
publiziert: Montag, 14. Apr 2003 / 16:41 Uhr

Zürich - Mögliche Verhandlungen zwischen der Swiss und der Lufthansa, von denen in der Sonntagspresse die Rede war, überrascht die Beobachter der Szene nicht: Der Swiss stehe das Wasser bis zum Hals und müsse handeln - so der Grundtenor von Analysten. Eine Übernahme der Swiss durch die Lufthansa betrachten sie aber als unwahrscheinlich.

Pieter Bouw soll die Swiss zum Verkauf angeboten haben.
Pieter Bouw soll die Swiss zum Verkauf angeboten haben.
"In ihrer aktuellen Grösse ist die Lufthansa kaum in der Lage, die Swiss zu übernehmen", sagte Patrik Schwendimann, Aviatik-Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB), am Montag.

Er hält es aber für durchaus möglich, dass beide Parteien über eine mögliche Zusammenarbeit diskutieren: "Gegenwärtig diskutiert im Luftfahrtsektor jeder mit jedem."

Die "SonntagsZeitung" hatte gemeldet, dass der Präsident des Swiss-Verwaltungsrats, Pieter Bouw, Anfang März der Lufthansa den Kauf der Swiss angeboten habe. Swiss dementiert derartige Gespräche, und die Lufthansa enthält sich jeglichen Kommentars.

Alarmierende Zahlen

Die Eidgenossenschaft, mit einem Anteil von rund 20 Prozent die grösste Swiss-Aktionärin, macht sich ebenfalls Sorgen. Das Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (EVD) hat vom Bundesrat gefordert, sich mit der Swiss zu beschäftigen. Laut "SonntagsBlick" ist die Airline an der Sitzung vom 30. April in den Traktanden.

Nachdem Volkswirtschaftsminister Joseph Deiss letzte Woche "rasche Massnahmen" gefordert hatte, lieferte nun die ZKB am Montag alarmierende Zahlen: Die Bank geht allein für das erste Quartal 2003 von einem Swiss-Defizit von 310 Mio. Fr. aus.

"Allein keine Überlebenschance"

Auch Marc Vifian, Analyst bei der Genfer Privatbank Lombard Odier Darier Hentsch (LODH), sieht schwarz für die Swiss. Im Alleingang habe sie keine Überlebenschance. "In zwei bis drei, höchstens aber in fünf Jahren, wird es in Europa nur noch drei grosse Fluggesellschaften geben", zeigte sich Vifian überzeugt.

Bis anhin hätten psychologische und politische Widerstände verhindert, dass es nicht zu den wirtschaftlich unvermeidbaren Zusammenschlüssen gekommen sei. "Diese Hemmschwellen werden über kurz oder lang überwunden werden müssen", sagt Vifian.

Schwarzen Peter weiterreichen

Eine eventuelle Übernahme durch die Lufthansa - oder durch eine andere grosse Fluggesellschaft - hätte laut Vifian den Vorteil, dass die Verantwortung für erneute Entlassungen und andere schmerzliche Massnahmen anderen Verantwortungsträgern zugeschoben werden könnte.

Eine Übernahme würde jedoch auch das Aus für den Hub Zürich bedeuten. Dies sei jedoch einem Konkurs der noch jungen Airline vorzuziehen.

Einsparungen unumgänglich

Wie bereits im März angekündigt, erwartet die Swiss nach eigenen Angaben vor dem Hintergrund des Irak-Kriegs, der Lungenkrankheit SARS und der sinkenden Belegung der Business Class Plätze ein "sehr schwieriges Jahr 2003".

Mit einer Flottenreduktion sowie einer Straffung des Kurz- und Mittelstreckennetzes will die Swiss im laufenden Jahr rund 600 Mio. Fr. einsparen. Diese Massnahmen werden die Streichung von gut 1 000 Stellen zur Folge haben.

(bsk/sda)

 
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