Zuma will südafrikanische Kumpel nicht freilassen
publiziert: Sonntag, 2. Sep 2012 / 14:44 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 2. Sep 2012 / 23:28 Uhr
Jacob Zuma, Präsident Südafrika
Jacob Zuma, Präsident Südafrika

Johannesburg/Pretoria - Nach dem tödlichen Polizeieinsatz in der südafrikanischen Platinmine Marikana hat die Staatsanwaltschaft die Aussetzung der Mordanklagen gegen 270 inhaftierte Bergarbeiter angekündigt. Die Anklagen wegen Mordes sollen beim nächsten Gerichtstermin «vorläufig zurückgezogen» werden.

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Wie die Leiterin der südafrikanischen Staatsanwaltschaft, Nomgcobo Jiba, am Sonntag vor Journalisten erklärte, sollen die Festgenommenen vorläufig unter Auflagen auf freien Fuss gesetzt werden. Die Entscheidung über mögliche Anklagen würden erst fallen, wenn die Ermittlungen abgeschlossen seien.

Vor zwei Wochen waren bei einem Streik in der südafrikanischen Mine 44 Menschen getötet worden, 34 von ihnen wurden von der Polizei erschossen. Diese handelte nach eigener Darstellung in "legitimer Notwehr", da sie angegriffen worden sei.

270 überlebende Arbeiter wurden darauf des Mordes an ihren Kollegen angeklagt. Die Anklage erfolgte laut Staatsanwaltschaft aufgrund einer Gesetzesbestimmung aus der Zeit der Apartheid, wonach bei einer Schiesserei unter Beteiligung der Polizei alle Menschen angeklagt werden, die vor Ort festgenommen wurden.

Anwälte hatten am Samstag von Präsident Jacob Zuma die Freilassung der 270 Arbeiter verlangt. Das Präsidentenbüro teilte darauf mit, Zuma werde sich nicht in die Arbeit der Justiz einmischen. Zuma hatte zuvor eine Untersuchungskommission eingesetzt, um die Hintergründe der Zusammenstösse zu ermitteln. Er wolle ihre Arbeit nun nicht stören, hiess es am Samstag.

In ihrem Brief an Zuma hatten die Anwälte die Mordanklagen gegen die Kumpel "bizarr und extrem" genannt, wie CNN berichtete. Nach Aussage von Justizminister Jeff Radebe hatten die Anklagen "Schock, Panik und Verwirrung" in der südafrikanischen Gesellschaft ausgelöst.

 

(asu/sda)

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