Zusätzliche Lehrstellen gefordert
publiziert: Donnerstag, 6. Jul 2006 / 13:56 Uhr / aktualisiert: Freitag, 7. Jul 2006 / 07:29 Uhr

Bern - Die Gewerkschaften schlagen Alarm: Für die Jugendlichen, die in diesen Tagen die Schule abschliessen, fehlen 5000 bis 10 000 Lehrstellen.

Die Zahl der Schulabgänger sei noch nie so hoch gewesen wie in diesem Jahr.
Die Zahl der Schulabgänger sei noch nie so hoch gewesen wie in diesem Jahr.
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«Wir haben einen Engpass im Lehrstellenmarkt», sagte Travail.Suisse- Präsident Hugo Fasel vor den Medien in Bern. Die Zahl der Schulabgänger sei noch nie so hoch gewesen wie in diesem Jahr. Bis 2009 brauche es für die geburtenstarken Jahrgänge jährlich 5000 bis 10 000 zusätzliche Lehrstellen.

Travail.Suisse glaubt nicht daran, dass diese Lehrstellen mit der herkömmlichen Lehrstellenförderung geschaffen werden können. Der Verband fordert deshalb eine Zulage für ausbildende Firmen: Nimmt ein Betrieb mehr Lehrlinge auf, als im Schnitt der letzten drei Jahre, erhält er pro neue Lehrstelle und Ausbildungsjahr mindestens 5000 Franken vom Staat.

Eine entprechende Motion wurde von Nationalrat Fasel (CSP/FR) im Parlament eingereicht. Die gesetzliche Grundlage und das Geld sind laut Fasel vorhanden: Aus dem Innovationsfonds des Bundes für die Berufsbildung würden erfahrungsgemäss jährlich 15 bis 20 Mio. Franken nicht gebraucht.

Einfacher und effizienter Vorschlag

Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik bei Travail.Suisse, pries den Vorschlag als einfach und effizient. Er könne sofort umgesetzt und nach dem Höchststand der Schulabgänger wieder eingestellt werden.

Er wies die Kritik zurück, dass damit Firmen benachteiligt würden, die bereits zusätzliche Lehrstellen geschaffen hätten. Von der Zulage profitieren können nämlich bloss Betriebe, die in den letzten drei Jahren Lehrlinge ausbildeten.

Unterschätzte Krise

In die gleiche Kerbe wie Travail.Suisse schlägt der Gewerkschaftsbund SGB. Gemeinsam mit Angestellten-, Lehrer- und Jugendverbänden bemängelt er, dass der Bundesrat die «Lehrstellenkrise» stark unterschätze.

Die aktuellsten Zahlen zum Schweizer Lehrstellenmarkt datieren vom April: Gemäss dem Lehrstellenbarometer des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie (BBT) ist die Lehrstellensituation demnach etwa ähnlich angespannt wie im Jahr 2005.

(bert/sda)

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