Zwei Berner ziehen in den Bundesrat ein
publiziert: Mittwoch, 22. Sep 2010 / 13:56 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 22. Sep 2010 / 18:24 Uhr

Bern - Die Vereinigte Bundesversammlung wählt zwei Berner in den Bundesrat. SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga und FDP-Nationalrat Johann Schneider-Ammann setzen sich durch. Damit kommt es in der Landesregierung erstmals zu einer Berner Doppelvertretung und einer Mehrheit der Frauen.

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Sommaruga tritt als 113. Mitglied der Landesregierung die Nachfolge von Moritz Leuenberger an. Die 50-Jährige gilt als pragmatische Politikerin, die sich über die Parteigrenzen hinaus verständigen kann und tragfähige Lösungen sucht. Als Konsumentenschützerin geniesst Sommaruga auch in der Bevölkerung viel Sympathie.

Die Vereinigte Bundesversammlung wählte Sommaruga im vierten Wahlgang mit 159 Stimmen; das absolute Mehr lag bei 121 Stimmen. Sommaruga konnte sich im letzten Wahlgang gegen SVP-Nationalrat Jean-François Rime durchsetzen. Die zweite SP-Kandidatin, Jacqueline Fehr, war im dritten Wahlgang ausgeschieden.

Sommaruga erklärte, sie nehme die Wahl an. In ihrer Ansprache bedankte sie sich für das Vertrauen, das ihr entgegengebracht werde. Sie wolle ihrerseits dazu beitragen, dass das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik gestärkt werde.

Schneider-Ammann setzt sich gegen Rime durch

Schneider-Ammann tritt als 114. Mitglied der Landesregierung die Nachfolge von Hans-Rudolf Merz an. Der 58-jährige Unternehmer hat sich vor allem als Vertreter des Werkplatzes einen Namen gemacht. Mit Kritik am Verhalten der Finanzbranche holte er sich Sympathien in der Linken.

Die Vereinigte Bundesversammlung wählte Schneider-Ammann im fünften Wahlgang mit 144 Stimmen. Der FDP-Kandidat setzte sich gegen SVP-Kandidat Jean-François Rime durch, der 93 Stimmen erhielt.

Keller-Sutter knapp hinter Rime

Die andere Kandidatin der FDP, die St. Galler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter, war ausgeschieden, weil sie im vierten Wahlgang am wenigsten Stimmen erhalten hatte - zwei Stimmen weniger als Rime.

Fünf Wahlzettel waren im vierten Wahlgang ungültig und vier leer eingelegt worden. Die Kandidatin der Grünen, Brigit Wyss, war bereits nach dem dritten Wahlgang ausgeschieden.

«Europäer im Herzen Europas»

Schneider-Amman dankte nach der Wahl in einer viersprachigen Rede für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und erklärte, er nehme die Wahl an. Er versprach, sich voll und ganz für das Land einzusetzen. Er habe grössten Respekt vor dieser neuen Herausforderung. «Die Schweiz ist ein Kunstwerk», sagte Schneider-Ammann.

 

(ade/sda)

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