Gesinnungswandel
Zwei Drittel der Schweizer gegen NSA-Datensammlerei
publiziert: Mittwoch, 3. Jul 2013 / 10:04 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 3. Jul 2013 / 10:28 Uhr
Nur drei Prozent können sich vorstellen, auf Facebook oder Skype zu verzichten. (Symbolbild)
Nur drei Prozent können sich vorstellen, auf Facebook oder Skype zu verzichten. (Symbolbild)

Bern - Der Skandal um die weltweite Datenspionage durch den US-Geheimdienst NSA verunsichert offenbar viele Schweizer Internetnutzer. Gut jeder Vierte gab in einer Umfrage an, sein Verhalten bei der Nutzung von Facebook, Skype und anderen Onlinediensten ändern zu wollen.

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Allerdings können sich nur drei Prozent der Befragten vorstellen, US-Onlinedienste wie Facebook und Skype künftig zu meiden. 25 Prozent der Onlinenutzer wollen sich aber genauer überlegen, welche Daten sie im Internet austauschen und veröffentlichen wollen.

Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage, die das Link-Institut Ende Juni im Auftrag des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch durchgeführt hat. Befragt wurden 1211 Schweizer im Alter zwischen 15 und 74 Jahren.

Kritisiert wird, dass der US-Geheimdienst die Daten ausländischer und somit auch Schweizer Internetnutzer sammelt: Rund zwei von drei Befragten finden dies nicht gut. Eine kleine Minderheit (4 Prozent) befürwortet die Überwachung; 31 Prozent gaben an, es sei ihnen egal. Wie die Umfrage weiter zeigt, gehen ältere Personen kritischer mit dem Abhörprogramm ins Gericht als jüngere.

Zwei Drittel ändern nichts

Trotz der deutlichen Ablehnung der weltweiten Datenspionage fühlen sich zwei Drittel der Schweizer nicht persönlich betroffen. Sie wollen ihr Onlineverhalten nicht ändern.

«Die meisten glauben, dass sie im Internet lediglich unbedenkliche Banalitäten preisgeben, die sowieso keinen Geheimdienst interessieren», wird Ralf Beyeler, Telekom-Experte von comparis.ch, im Communiqué zitiert. Darum würden sie es tolerieren, online ausgespäht zu werden.

Beyeler rät dazu, E-Mail-Konten von europäischen Anbietern zu nutzen anstelle von Gmail oder Outlook.com (ehemals Hotmail). Zum Surfen biete sich statt des Internet Explorers von Microsoft oder Chrome von Google stellvertretend Mozilla Firefox und Opera aus Norwegen an. Verschlüsselungs-Technologien sind laut Beyeler wenig hilfreich, da die Geheimdienste in punkto Kryptographie auf dem neusten Stand seien.

Der US-Amerikaner Edward Snowden hatte im Juni enthüllt, dass der US-Geheimdienst NSA in grossem Stil Daten bei Internet-Diensten wie Google, Facebook, Microsoft, Apple und Yahoo sammelt. Auch der britische Geheimdienst späht seinen Angaben zufolge Telefon- und Internetkommunikationen von Millionen Nutzern aus.

 

(dap/sda)

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