Zwei Jahre nach Unglücks-Loveparade will Duisburg Neuanfang wagen
publiziert: Dienstag, 24. Jul 2012 / 22:54 Uhr
Der Karl-Lehr-Tunnel in Duisburg.
Der Karl-Lehr-Tunnel in Duisburg.

Duisburg - Zwei Jahre nach der Loveparade-Massenpanik mit 21 Toten sind am Dienstag Hunderte Angehörige und Betroffene zum gemeinsamen Trauern nach Duisburg gekommen. Der neue Oberbürgermeister der Stadt Sören Link entschuldigte sich bei einer Trauerfeier am Abend in allen Sprachen der Herkunftsländer bei den Betroffenen.

Wir machen Sie notfallsicher(er) - persönlich, praxisnah und günstig.
4 Meldungen im Zusammenhang
Gleichzeitig versprach er eine rückhaltlose Aufklärung der Katastrophe. Seinen Vorgänger Adolf Sauerland hatten die Duisburger zu Jahresbeginn abgewählt, weil sie ihn für die Katastrophe mitverantwortlich gemacht hatten.

«Es war eine einzigartige Tragödie», sagte Link vor Tausenden Duisburgern auf dem Opernplatz der Stadt. Der ersten Tragödie sei aber eine zweite gefolgt, «die quälend lange Zeit der Sprachlosigkeit in der Stadt». Dies wolle er nun ändern, Gräben zuschütten und Vertrauen zurückgewinnen, versprach Link.

Als Zeichen für einen Neuanfang pflanze die Stadt 21 Magnolien vor dem Duisburger Hauptbahnhof - «ein wachsendes, blühendes Zeichen der Hoffnung». Es werde eine würdevolle Gedenkstätte am Unglücksort geben, dessen Gestaltung sich nach den Wünschen der Angehörigen richte.

Trauerzug durch Innenstadt

Bereits in der Nacht zu dem Jahrestag hatten sich Trauernde am Unglücksort in der Nähe des Hauptbahnhofs eingefunden. Mit unzähligen roten Grablichtern erinnerten sie an die Menschen, die am 24. Juli 2010 in einer Massenpanik ums Leben kamen. Im Gedränge waren ausserdem mehr als 500 Besucher des Techno-Festivals verletzt worden.

Die Gedenkfeiern zum zweiten Jahrestag begannen gegen 14.00 Uhr mit der Sperrung des ansonsten viel befahrenen Karl-Lehr-Tunnels, wo das Unglück geschah. Am einzigen Zu- und Ausgang des Partygeländes an dem Tunnel hatte sich die Panik gebildet. Nach der Trauer am Unglücksort zogen 150 bis 200 Menschen schweigend zur Gedenkveranstaltung in der Innenstadt.

Staatsanwaltschaft ermittelt weiter

Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt derweil weiterhin wegen Planung und Ablauf der Techno-Party gegen 17 Beschuldigte, darunter elf Bedienstete der Stadt. Der Zugang nahe dem engen Strassentunnel bot zu wenige Ausweichflächen. Ausserdem fehlten etwa Lautsprecheranlagen für Durchsagen an die Menge.

Kurz vor dem zweiten Jahrestag schloss die Sonderkommission der Polizei ihre Ermittlungen weitgehend ab. Ein Team von Staatsanwälten ist aber weiter mit der Aufarbeitung des Geschehens befasst.

Zum Jahrestag forderten Anwälte der Betroffenen Akteneinsicht in dem Ermittlungsverfahren. «Wir haben ein Recht, ebenso gut vorbereitet wie die Beschuldigten unsere Rechte wahrzunehmen», hiess es am Wochenende in einer Erklärung.

Weitgehend aufgebraucht sind auch die Mittel aus einem Nothilfefonds des Landes, der Stadt, des Veranstalters und seiner Versicherung. Bis zu 20'000 Euro hatten vor allem die Opfer bekommen, die längere Zeit stationär behandelt werden mussten. Viele Traumatisierte, die bis heute nicht mehr voll arbeitsfähig sind, sind aber nach wie vor auf Hilfe angewiesen.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Soziophysiker der ETH Zürich haben untersucht, warum die Loveparade ... mehr lesen
Vor den Eingängen zum Gelände - das maximal für 250'000 Besucher ausgelegt war - und auf der Zugangsrampe kam es zum Gedränge.
Adolf Sauerland hatte sich lange gewehrt, Verantwortung für das Unglück zu übernehmen.
Duisburg - Anderthalb Jahre nach der Katastrophe bei der Loveparade haben die Duisburger am Sonntag Oberbürgermeister Adolf Sauerland abgewählt. Knapp 130'000 Bürger hätten ... mehr lesen
Duisburg - Ein Jahr nach der Loveparade-Massenpanik in Duisburg haben sich mehrere tausend Menschen in einer bewegenden Gedenkfeier an die 21 Toten erinnert. Angehörige der Opfer erhoben schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen. mehr lesen 
Duisburg - Mehr als 3000 Zeugen hat die Polizei vernommen, gegen 16 Beschuldigte wird ermittelt. Doch auch ein Jahr nach ... mehr lesen
Massenpanik an der Loveparade: Beim «Totentanz» starben 21 Menschen in der Menge.
Motorfahrzeug- und Unfallschadenexpertisen, Werteinschatzungen
Technex GmbH
Hauptstrasse 34
2557 Studen
Wir machen Sie notfallsicher(er) - persönlich, praxisnah und günstig.
Beim Unfall wurden mehrere Personen verletzt.
Beim Unfall wurden mehrere Personen verletzt.
Schwerer Unfall in Schwarzenbach  Am Sonntagnachmittag sind in Schwarzenbach (Huttwil) zwei Autos frontal kollidiert. Der Unfall forderte mehrere Verletzte. 
Schwere Überschwemmungen befürchtet  New York - Nach Rekordschneefällen im Nordosten der USA fürchten die Menschen in der ...
Nach dem Schneefall werden nun wegen der hohen Temperaturen Überschwemmungen befürchtet. (Symbolbild)
Die weisse Wand von New York New York - Alle Jahre wieder schneit es, und eigentlich sollten die Menschen vorbereitet sein. Doch beim Rekordschneefall ...
Schneesturm in Buffalo - vier Tote New York - In Teilen der USA hat ein früher Wintereinbruch zu starken Schneefällen und Temperaturen um den ...
Der Schnee scheint kein Ende zu haben. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • Menschenrechte aus Bern 115
    schönste frau Ich würde sagen, dass es nicht nur die Muslem Frau ist, wir haben ... Sa, 22.11.14 17:31
  • Zimmila aus Fulenbach 1
    Kopftuch Ich schaue jede Frau die ein Kopftuch trägt als unterdrückt, oder ... Sa, 22.11.14 15:04
  • Mashiach aus Basel 47
    Schon wieder ein frontmotoriges Gefährt, schrottgefahren! Quote: -gab Gegensteuer,- Bei einem Untersteurer? Das hilft praktisch ... Sa, 22.11.14 05:05
  • saemischreibt aus Erlenbach 1
    Samichlaus Samichlaus und Schmutzli arbeiten das ganze Jahr. Nur wo, ist und ... Mi, 19.11.14 08:45
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2586
    Diese... "negative stereotype Figuren" existieren nur in den Köpfen der Leute, ... So, 16.11.14 12:13
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2586
    Diese... "negative stereotype Figuren" existieren nur in den Köpfen der Leute, ... Do, 13.11.14 11:18
  • Kassandra aus Frauenfeld 1065
    Traurig, traurig Stell dir vor, es gibt Krieg und keiner geht hin.... Stell dir vor, da ... Di, 11.11.14 10:24
  • jorian aus Dulliken 1521
    Blalblabla An die Redaktion: Warum kann ich das Geschreibsel von Heinrich Frei ... So, 09.11.14 05:27
Beim Unfall wurden mehrere Personen verletzt.
Unglücksfälle Frontalkollision fordert mehrere Verletzte Am Sonntagnachmittag sind in Schwarzenbach ...
Wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt
Das Care Team bietet Firmen in tragischen Situationen psychologische Nothilfe.
Übrigens: Hier könnte auch Ihr Unternehmen gefunden werden.
Erfassen Sie zuerst Ihr kostenloses Firmenporträt! Mit dem Firmenporträt präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre wichtigsten Dienstleistungen schnell und einfach auf dem wichtigsten KMU-Marktplatz der Schweiz.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MO DI MI DO FR SA
Zürich 6°C 9°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 4°C 12°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 5°C 11°C leicht bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt
Bern 7°C 9°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 7°C 10°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 8°C 12°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 8°C 11°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten