Zwei Polizisten in Nordspanien erschossen
publiziert: Donnerstag, 10. Jun 2004 / 08:30 Uhr

Pamplona - Nach dem Mord an zwei Polizeibeamten der Guardia Civil in Nordspanien haben die Ermittler einen terroristischen Hintergrund weitgehend ausgeschlossen. Die Täter scheinen vielmehr aus dem Kreise des organisierten Verbrechens zu stammen.

Die Guardia Civil ist ein beliebtes Ziel der ETA. Die verwendete Munition spricht aber dagegen. (Archiv)
Die Guardia Civil ist ein beliebtes Ziel der ETA. Die verwendete Munition spricht aber dagegen. (Archiv)
Es werde aber auch gegen die baskische Untergrundorganisation ETA als m öglicher Urheber ermittelt. Die zwei 29 und 31 Jahre alten Polizisten waren mit einer Maschinenpistole erschossen worden, als sie auf einer Landstrasse nahe Pamplona ein verdächtiges Fahrzeug kontrollieren wollten.

Die beiden Beamten gehörten einer Verkehrsstreife an, die einen Schwertransporter begleitete. Gegen die Täterschaft der ETA spreche die verwendete Munition. Diese sei deutschen Fabrikats und werde gewöhnlicherweise nicht von den Terroristen benutzt.

23 Patronenhülsen

Am Tatort seien 23 Patronenhülsen gefunden worden. Der Vorfall ereignete sich nahe der kleinen Ortschaft Castejón in der an das Baskenland grenzenden Region Navarra. Einer der Beamten sei sofort tot gewesen, der andere sei auf dem Weg ins Spital gestorben.

Angesichts zahlreicher Polizeierfolge gilt die ETA als stark geschwächt. Ihr letzter Mordanschlag liegt mehr als ein Jahr zurück. Die Guardia Civil ist eine im 19. Jahrhundert gegründete kasernierte Polizeitruppe, die in Friedenszeiten sowohl dem Innen- als auch dem Verteidigungsministerium untersteht.

(fest/sda)

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