Deutsche und Belgier sterben beim Canyoning
Zwei Tote bei Canyoning-Unfall in Amden
publiziert: Montag, 8. Okt 2012 / 07:58 Uhr
Die weggespülten Leichen wurden gegen 23 Uhr gefunden.
Die weggespülten Leichen wurden gegen 23 Uhr gefunden.

Amden SG - Plötzlich steigendes Wasser im Fallenbach bei Amden SG hat am Sonntag gegen 17 Uhr zwei Canyoning-Gruppen überrascht. Eine Gruppe konnte sich selbst retten, bei der anderen wurden zwei Personen weggespült. Sie wurden gegen 23 Uhr tot gefunden.

Wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt
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Die beiden Gruppen waren im Fallenbach zwischen Amden und Walensee am Canyoning, wie die Kantonspolizei St. Gallen am frühen Montagmorgen mitteilte. Vom plötzlich ansteigenden Wasser überrascht, konnte der Veranstalter die eine Gruppe selber aus den Fluten retten.

Fünf Teilnehmer der anderen Gruppe wurden von der Rettungsflugwacht geborgen. Drei von ihnen hatten sich leicht verletzt und wurden hospitalisiert.

Ein Führer und eine Frau wurden zunächst vermisst. Suchtrupps des Schweizerischen Alpenclubs, der Feuerwehr, der Seerettung und der Polizei durchkämmten die Gegend. Die Suche vom Helikopter aus musste wegen schlechten Wetters eingestellt werden.

Gegen 23 Uhr fanden die Suchtrupps die Leichen. Bei den beiden Toten handelt es sich um den 24-jährigen Guide aus Belgien und eine 23-jährige Touristin aus Deutschland. Ein Careteam betreute die geretteten Freizeitsportler.

Erinnerungen an den Saxetbach

Wie Polizeisprecher Hanspeter Krüsi auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte, hatte es in der Region am Sonntagnachmittag stark geregnet. Der genaue Unfallhergang ist Gegenstand von Ermittlungen.

Beim Canyoning geschehen immer wieder Unfälle - der neueste von Amden erinnert fatal an die Katastrophe in der Saxetschlucht bei Wilderswil im Berner Oberland am 27. Juli 1999. Damals starben 21 Menschen im Alter von 19 bis 32 Jahren.

Auch in diesem Fall war der Bach nach heftigem Regen angeschwollen und hatte eine 45-köpfige Expedition mitgerissen. Ein Todesopfer, eine 25-jährige Australierin, konnte nie geborgen werden.

Beim Canyoning werden Schluchten begangen. Dazu gehören meist Kletter- und Rutschpartien, aber auch Sprünge ins Wasser und Schwimmpassagen.

(laz/sda)

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