Fest auf den Philippinen
Zwei Tote bei Prozession von Christusstatue
publiziert: Samstag, 9. Jan 2016 / 08:52 Uhr / aktualisiert: Samstag, 9. Jan 2016 / 18:02 Uhr
Die Statue des «Schwarzen Nazareners» kam wegen des grossen Gedränges nur langsam voran. (Archivbild)
Die Statue des «Schwarzen Nazareners» kam wegen des grossen Gedränges nur langsam voran. (Archivbild)

Manila - Hunderttausende Gläubige haben bei der tumulthaften Prozession einer Christusstatue durch die Altstadt von Manila um Wunder gebetet. Bei der grössten religiösen Prozession auf den Philippinen starben am Samstag zwei Männer.

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Ein 27-Jähriger habe Krämpfe gehabt und sei dann bewusstlos geworden, teilte das Rote Kreuz mit. Ein 54-Jähriger erlitt demnach einen Herzinfarkt. Auch im vergangenen Jahr waren bei der Prozession zwei Menschen gestorben.

Bei der Feier sind mehr als eine Million Gläubige auf den Beinen. Sie huldigen in der Millionenmetropole Manila einer lebensgrossen Jesus-Statue, dem "Schwarzen Nazarener", die durch die Strassen getragen wird. Der "Schwarze Nazarener" wird jedes Jahr am 9. Januar durch die Strassen getragen.

Der Glaube an Wunder

Viele der barfuss gehenden Menschen versuchen, die Statue zu berühren oder zu küssen. Die Gläubigen sind überzeugt, dass die Statue Wunder bewirken und Heilung bringen kann.

"Der Nazarener unser Herr hat meinem Leben Sinn gegeben", sagte der 30-jährige Bauarbeiter Nino Barbo. Der tätowierte Mann mit einem Metallohrring sagte, er habe sich das sechste Jahr in Folge für die Prozession freigenommen, um die Statue berühren zu können.

Viele Gläubige versuchten, die mit einem braunen Gewand und einer Dornenkrone bekleidete Statue mit Tüchern zu berühren, um etwas von der Aura der Abbildung Christi mitzunehmen.

"Wenn Familienmitglieder krank werden, machen wir ihnen damit kalte Umschläge", sagte die 36-jährige Hausfrau Dang Villacorta, die mit ihrer Familie in einem Park auf die Prozession wartete. "Auf diese Weise sparen wir uns das Geld für den Arzt."

Stundenlange Prozession

Die Statue des "Schwarzen Nazareners", die wegen des grossen Gedränges nur langsam vorankam, wurde gegen Mitternacht in ihrer Heimatkirche von Quiapo erwartet. Wegen der Menschenmassen dauert die Prozession oft mehr als 20 Stunden. Bei sengender Hitze fallen jedes Jahr Hunderte Gläubige in Ohnmacht oder werden im Gedränge verletzt.

Laut der Polizei nahmen 1,5 Millionen Menschen an dem jährlich stattfindenden Fest des "Schwarzen Nazarener" teil. Kritiker sehen in der Prozession Götzenanbetung, doch die katholische Kirche betrachtet sie als leidenschaftlichen Ausdruck des Glaubens.

Die Philippinen sind das einzige mehrheitlich katholische Land Asiens. Mehr als 80 Prozent der 100 Millionen Einwohner sind Katholiken, und die meisten sind tief gläubig.

Spanische Missionare brachten die Statue im Jahr 1607 aus Mexiko mit. Sie ist wahrscheinlich schwarz, weil bei der Überfahrt ein Brand an Bord des Schiffes ausbrach.

 

(bg/sda)

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