Zweite Hauptprobe gegen Italien
publiziert: Mittwoch, 31. Mai 2006 / 08:25 Uhr

Gegen Italien absolviert die Schweizer Nationalmannschaft heute Mittwoch in Genf (20.45 Uhr) die Hauptprobe für das WM-Startspiel gegen Frankreich.

Kommt Hakan Yakin (links) bereits zu einem ersten Einsatz?
Kommt Hakan Yakin (links) bereits zu einem ersten Einsatz?
«Meine Strategie sah vor, die drei WM-Gruppenspiele gegen Frankreich, Togo und Südkorea mit einem afrikanischen, einem asiatischen und einem starken europäischen Gegner vorzubereiten», begründet der Schweizer Nationalcoach Köbi Kuhn die Wahl der Testspiel-Kontrahenten im ersten Teil der Vorbereitung.

Gegen die Italiener gelte es nun, die am Samstag gegen die Elfenbeinküste (1:1) gemachten Fehler zu minimieren: «Ich sage damit zwar nichts Neues, aber es ist unsere Pflicht, uns laufend zu verbessern und dem perfekten Fussball immer näher zu kommen.»

Es habe viele Fehler gegeben gegen das zurzeit wohl beste afrikanische Team, doch das sei für ihn nicht unerwartet gekommen, sagt Kuhn.

«Die Frische fehlte nach der ersten Trainingswoche, in der ich keine Rücksicht auf dieses Spiel genommen habe. Mit der Müdigkeit kam auch die Konzentration abhanden, und so kann man nicht fehlerlos spielen. Ich habe meiner Mannschaft nach dem Spiel dennoch ein grosses Kompliment gemacht. Sie hat unter den erwähnten Umständen gut gespielt.»

Nur eine Sturmspitze?

Kuhn konnte am Samstag wegen den Verletzungen von Patrick Müller und Valon Behrami seine taktischen Pläne nicht ganz durchziehen. Stürmer Marco Streller hätte er lieber nicht während der gesamten Spielzeit auf dem Platz belassen.

Ob er nun gegen die Italiener die Variante mit nur einer Sturmspitze versucht, wollte Kuhn am Dienstag noch nicht preisgeben: «Es ist klar, dass wir auch diese Variante einmal testen müssen. Aber ich weiss noch nicht wann.» Kuhn wollte sich - wie stets - nicht in die Bücher schauen lassen.

So versicherte er nur, dass jeder der drei Goalies in den drei Testspielen zum Einsatz kommt: «´Zubi´ wird sicher nicht dreimal 90 Minuten spielen.» Vorgesehen sei auch, dass alle 23 Kaderspieler in den drei Partien zu einigen Einsatzminuten kommen.

Kommt Yakin zu einem Einsatz?

Erstmals mit dabei gegen Italien ist nach insgesamt vier Trainingseinheiten Hakan Yakin. Auch diesbezüglich gab es von Kuhn keine verlässliche Angabe, ob der YB-Spielmacher bereits am Mittwoch oder erst am Samstag gegen China zum Einsatz kommt.

Möglich wäre eine Nomination Yakins hinter der einzigen Sturmspitze Alex Frei. So könnte das Mittelfeld in der gleichen Formation wie gegen die Elfenbeinküste belassen werden.

Weil Behrami und Müller noch angeschlagen sind und erst am Spieltag abschliessend beurteilt werden kann, ob sie einsatzfähig sind, wäre aber auch ein Wechsel von Tranquillo Barnetta auf die rechte Seite anstelle Behramis möglich.

Ludovic Magnin könnte auf der linken Seite im Mittelfeld und Christoph Spycher als linker Verteidiger getestet werden. Müller wird wegen seiner Verletzung wohl eher geschont, was Johan Djourou anstelle von Stéphane Grichting oder Philippe Senderos eine Bewährungschance in der Innenabwehr ermöglichen würde.

Skandal belastet Italien

Während sich die Schweizer Mannschaft ausschliesslich auf physische und taktische Aspekte konzentrieren kann, ist die Vorbereitung der italienischen Mannschaft auf dieses erste ernsthafte Testspiel durch den Fussball-Skandal in Italien arg gestört worden.

Es gab keine Pressekonferenz und kein Interview, ohne dass das Gespräch nicht auf die Schiedsrichter-Manipulationen und illegalen Wetten einiger Nationalspieler abgeschweift wäre.

«Italiens Fussball bestreitet derzeit zwei Spiele, eines auf dem Feld, eines gegen Untersuchungsrichter und Staatsanwälte», sagte Italiens Sportministerin Giovanna Melandri, die das Team gestern vor der Abreise an den Genfersee besuchte.

Wie fit ist Totti?

Im sportlichen Bereich interessierte gestern einzig das Schicksal von Francesco Totti, der nach dem im Februar erlittenen Wadenbeinbruch und der Bänderoperation am Fussgelenk unerwartet schnell wieder fit geworden ist. «In zwei Wochen bin ich in Top-Form», sagte Romas offensiver Mittelfeldspieler.

Gegen die Schweizer wird er erstmals wieder von Beginn weg zum Einsatz gelangen. Der ewigen Diskussion, ob er als Stürmer oder offensiver Mittelfeldspieler stärker sei, entzog sich Totti geschickt: «Ich weiss nicht, was besser ist. Ich fühle mich in beiden Rollen wohl.»

Die Azzurri haben in ihren zehn Qualifikationsspielen 17 Tore erzielt. Vier Treffer gingen auf das Konto von Fiorentina-Stürmer Luca Toni, der in der Serie A als erster Spieler seit 47 Jahren die magische 30-Tore-Marke erreicht hat und damit erfolgreichster Stürmer in Europa war.

Toni streitet sich mit Alberto Gilardino, Filippo Inzaghi und Vicenzo Iaquinta um den dritten Platz im Sturm gegen die Schweiz. «Die anderen beiden Positionen werden durch Totti und Alessandro Del Piero besetzt», sagt Teamchef Marcello Lippi.

Zambrotta mit Verletzung

Lippi muss heute ganz sicher auf Verteidiger Gianluca Zambrotta verzichten, der wegen einer Oberschenkelverletzung 15 bis 20 Tage ausfällt und damit auch das WM-Startspiel am 12. Juni gegen Ghana verpasst.

Für ihn dürfte Cristian Zaccardo oder Massimo Oddo zum Zug kommen. Fraglich ist zudem der Einsatz von Simone Perrotta.

Der Mittelfeldspieler der AS Roma zog sich am Dienstag im Training eine Knieprellung zu.

Die voraussichtlichen Startformationen

Schweiz: Zuberbühler (Coltorti); Philipp Degen, Djourou (Müller), Senderos, Spycher (Magnin); Barnetta, Vogel, Cabanas, Wicky (Magnin); Lustrinelli (David Degen), Frei.

Italien: Buffon; Zaccardo, Cannavaro, Materazzi, Grosso; Camoranesi, Pirlo, Gattuso; Gilardino, Totti, Del Piero.

SR Sippel (De).

(von René Baumann, Freienbach/Si)

 
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