Terrorismus - Belgien
Zweiter Flughafen-Selbstmordattentäter identifiziert
publiziert: Mittwoch, 23. Mrz 2016 / 20:11 Uhr

Brüssel - Bei dem zweiten Selbstmordattentäter vom Brüsseler Flughafen handelt es sich wohl um den im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen gesuchten Najim Laachraoui. Das verlautete am Mittwoch aus Polizeikreisen und übereinstimmenden Medienberichten in Brüssel.

10 Meldungen im Zusammenhang
Der andere Selbstmordattentäter vom Flughafen war nach Behördenangaben Ibrahim El Bakraoui, dessen Bruder Khalid El Bakraoui sich wiederum in der Brüsseler U-Bahn in die Luft sprengte.

Nach einem dritten Attentäter, dessen Bombe im Flughafen nicht detonierte, wurde noch gesucht. Seine Identität war unklar. Belgische Medien hatten am Mittwoch zunächst berichtet, bei dem Flüchtigen handle es sich um Laachraoui, und dieser sei festgenommen worden. Die Festnahme wurde dann von der Staatsanwaltschaft dementiert.

Laachraoui gilt als einer der Beteiligten der Anschläge von Paris, bei denen IS-Anhänger am 13. November 130 Menschen töteten. DNA-Spuren des 24-Jährigen waren nach den Pariser Anschlägen in der französischen Hauptstadt an Sprengstoff entdeckt worden.

Einer der Attentäter aus Türkei ausgewiesen

Die beiden Brüder Bakraoui waren belgische Staatsbürger und wegen verschiedener Taten polizeibekannt, standen aber in Belgien nicht unter Terrorverdacht. Allerdings wurde einer der Attentäter laut dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan im vergangenen Juni aus der Türkei ausgewiesen, nachdem er im südtürkischen Gaziantep an der syrischen Grenze gefasst worden war.

Die belgischen Behörden seien von der Türkei am 14. Juli 2015 gewarnt worden, dass es sich bei dem Mann um einen «ausländischen terroristischen Kämpfer» handle. Trotz der türkischen Warnungen hätten die Belgier den Verdächtigen aber freigelassen, sagte Erdogan in Ankara.

Bereits nach der Terrorserie von Paris im vergangenen November hatte es aus der Regierung in Ankara geheissen, die Türkei habe die französischen Behörden zwei Mal vor einem der Terroristen gewarnt. Die französischen Behörden hätten darauf aber nicht reagiert.

31 Menschen getötet

Bei den Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in einer U-Bahn-Station im Europa-Viertel wurden 31 Menschen getötet und rund 270 weitere verletzt. Zu dem Anschlag bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Diese Bilanz sei aber weiter vorläufig und könne sich «unglücklicherweise in den kommenden Stunden verändern», sagte Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw offenbar mit Blick auf viele Schwerverletzte.

Fahndung läuft auf Hochtouren

Nach Angaben der Behörden wird nach einer ganzen «Reihe von Personen» noch gesucht. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte Leeuw aber keine weitere Auskunft geben.

Nach dem Hinweis eines Taxifahrers wurde im Brüsseler Schaerbeek ein Laptop mit Bakraouis Testament gefunden. In diesem habe er geschrieben: «Ich weiss nicht mehr, was ich tun soll, überall gejagt, nicht mehr sicher.» Er habe angegeben, er wolle «nicht in einer Zelle» landen.

In einer nahegelegenen Wohnung wurden weitere 15 Kilogramm Sprengstoff und anderes Material zum Bau von Bomben entdeckt. Dort fand sich auch eine Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die sich zu den Anschlägen bekannt hat.

Die Staatsanwaltschaft äusserte sich zurückhaltend über eine Verbindung zu den Terroranschlägen von Paris. Erst am Freitag war in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek Salah Abdeslam festgenommen worden, einer der mutmassliche Drahtzieher von Paris. In Belgien gilt noch bis Karfreitag eine dreitägige Staatstrauer.

(arc/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel - Der mutmassliche Paris-Attentäter Salah Abdeslam hat sich nach Aussage seines Bruders bewusst gegen die Zündung ... mehr lesen 1
Die Polizei sucht Hinweise aus der Bevölkerung, dass der Mann mit Hut identifiziert werden kann.
Brüssel - Eine Woche nach den Terroranschlägen von Brüssel gibt es weiter keine Fortschritte bei der Fahndung ... mehr lesen
Brüssel - In Belgien ist einer der mutmasslichen Attentäter von Brüssel in Haft und wird eines Terroranschlages beschuldigt. Wie ... mehr lesen 1
Gilles de Kerchove hatte den mangelnden Austausch bereits jüngst in einem Bericht bemängelt.
Brüssel - Terroristen schlagen im ... mehr lesen
Brüssel - Nach den Terroranschlägen in Belgien hat das belgische Königspaar den internationalen Flughafen von Brüssel besucht. ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Brüssel - Mit einer Schweigeminute haben die Menschen in Brüssel am Mittwoch ... mehr lesen
Brüssel - Die belgische Polizei hat laut Medienberichten einen Verdächtigen der Anschläge vom Dienstag ... mehr lesen
Brüssel - Am Tag nach den Anschlägen von Brüssel hat das öffentliche Leben in der Stadt verhalten wieder begonnen. Die ... mehr lesen
Brüssel - Die Terrorserie von Brüssel geht auf das Konto eines radikal-islamisches Bruderpaars, das auch Verbindungen ... mehr lesen
Brüssel - Die belgische Polizei hat die Bevölkerung erneut um Hinweise ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 13
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. 
Rund 150'000 Binnenflüchtlinge hätten Schutz im syrisch-türkischen Grenzgebiet gesucht.
Russland und Westen kooperieren bei Syrien-Hilfe Berlin - Russland und westliche Staaten arbeiten bei der humanitären Hilfe für die syrische Bevölkerung intensiver ... 1
Über 60 Luftangriffe wurden geflogen. (Symbolbild)
Dschihadisten bei Luftangriffen in Syrien getötet Beirut - Bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten am Donnerstag mindestens 16 ... 1
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) ist in diesen Tagen an allen anderen Fornten unter Druck. ... Mi, 01.06.16 12:39
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Nach Frauenfeld, verehrter zombie wo sie sich mit der Maffia zu einem Zombiestaat vereinen und ganz ... Mi, 01.06.16 11:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Blödsinn! Das Schaf ist selbst daran Schuld, dass es vom Wolf gerissen wird, ... Mi, 01.06.16 00:50
  • Pacino aus Brittnau 730
    Radikale führen immer . . . . . . in die Sackgasse. Es ist auch die Linke, die die AfD gefördert ... Di, 31.05.16 07:36
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 14°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Basel 12°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
St. Gallen 13°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig vereinzelte Gewitter
Bern 12°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Luzern 14°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Genf 12°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig vereinzelte Gewitter
Lugano 19°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten