Uni entzieht Koch-Mehrin den Doktortitel
Zweiter Plagiatsfall in der deutschen Politik
publiziert: Mittwoch, 15. Jun 2011 / 17:31 Uhr
«Systematisch» plagiert: Silvana Koch-Mehrin (Archivbild).
«Systematisch» plagiert: Silvana Koch-Mehrin (Archivbild).

Berlin - Die Universität Heidelberg entzieht der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin nach mehr als zweimonatiger Prüfung ihrer Dissertation den Doktortitel. Bereits zuvor war die ehemalige Doktorin von Mandaten im EU-Parlament und dem FDP-Präsidium zurückgetreten.

7 Meldungen im Zusammenhang
Die im Jahr 2000 eingereichte Arbeit bestehe «in substanziellen Teilen aus Plagiaten», begründete der Vorsitzende des Promotionsausschusses, Manfred Berg, am Mittwoch den Entschluss.

Auf rund 80 Textseiten fänden sich mehr als 120 Stellen, die als Plagiate zu klassifizieren seien. Diese stammten aus mehr als 30 verschiedenen Publikationen, von denen zwei Drittel nicht im Literaturverzeichnis aufgeführt worden seien.

Quantität und Qualität der nachweisbaren Plagiate legten zwingend die Schlussfolgerung nahe, dass die Dissertation keine selbstständige wissenschaftliche Arbeit darstelle, sagte Berg.

«Angesichts der Vielzahl und des systematischen Charakters der Plagiate kann kein Zweifel daran bestehen, dass sich Frau Koch-Mehrin in ihrer Dissertation fremdes geistiges Eigentum angeeignet und als das eigene ausgegeben hat», fügte der Dekan hinzu.

Rücktritt von wichtigen Mandaten

Koch-Mehrin war nach anhaltenden Vorwürfen Mitte Mai als Vorsitzende der FDP im EU-Parlament, als Vizepräsidentin des EU-Parlaments sowie als Präsidiumsmitglied ihrer Partei zurückgetreten.

Die Dissertation der 40-Jährigen trägt den Titel: «Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik. Die Lateinische Münzunion zwischen 1865 und 1927.» In dem Verfahren gab Koch-Mehrin nach Angaben der Universität eine schriftliche Stellungnahme ab und war zudem persönlich angehört worden.

Die einstige liberale Hoffnungsträgerin ist die zweite deutsche Politpersönlichkeit, die über ihr Doktorarbeit stolpert. Auch Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg war von der Uni Bayreuth der akademische Titel entzogen worden. Die Untersuchungskommission warf dem CSU-Politiker vor, vorsätzlich getäuscht zu haben.

(dyn/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Betrügereien in der Wissenschaft begehen mehr Männer als Frauen, heisst es in einer neuen Studie aus den USA. mehr lesen
Annette Schavan: Zurückgetretene deutsche Bildungsministerin.
Ministerin für Bildung Annette Schavan.
Hamburg/Berlin - Die gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) erhobenen ... mehr lesen
Dschungelbuch Der damalige Verteidigungsminister Guttenberg, das ungarische Staatsoberhaupt Pal Schmitt, die beiden Kinder des ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten Stoiber, die europäische Abgeordnete Koch-Mehrin, die ... mehr lesen 9
«An die lass ich den Guttenberg nicht ran.»
Seine Plagiatsaffäre wird verfilmt:  Karl-Theodor zu Guttenberg.
Kino München - Das Leben von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg soll als Satire verfilmt ... mehr lesen
Freiburg - Der Freiburger Universitätsprofessor Philippe Gugler gibt nach einer Untersuchung zu Plagiatsvorwürfen sein Amt als Vizerektor ab. Bei der Untersuchung fanden sich ... mehr lesen
Uni Freiburg.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Etschmayer Die drei gefallenen Doktoren haben einige Gemeinsamkeiten: Sie sind entweder als bürgerliche Politiker tätig gewesen oder stammen aus dem engen Umfeld bürgerlicher Politik, sie haben in ihren Doktorarbeiten abgeschrieben, sie wurden von Plagiatsjägern im Internet zur Strecke gebracht und sie mussten ihren Doktortitel zurück geben. mehr lesen  4
In den vergangenen Wochen war eine zunehmende ...
150 Bewohner betroffen  Tokio - Mit einer spektakulären Explosion ist im Südwesten Japans der Vulkan Shindake ausgebrochen. Mehr als neun Kilometer türmten sich die dicken schwarzen Aschewolken über dem Krater in den Himmel, wie Videobilder im japanischen Fernsehen zeigen. 
Phänomen untersucht  Evanston - Rassistische und sexistische Vorurteile können im Schlaf abgebaut werden. ...
Schlafen tut gut.
Leute in städtischen Gebieten leiden etwas stärker an Schlafstörungen als jene, die in ländlichen Gebieten wohnen.
Jede vierte Person hat einen unruhigen Schlaf Zürich - Schlafstörungen sind in der Schweiz weit verbreitet. Jede vierte Person hat Probleme mit dem Einschlafen, erwacht ...
Die Explosions- und Todesursache sind Gegenstand der Ermittlungen. (Symbolbild)
Brand konnte rasch gelöscht werden  Kerns OW - Bei einer Explosion im Kanton Obwalden ist eine Person ums Leben gekommen. Der Unfall ereignete sich am Donnerstag ...  
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3055
    Die... muslimischen Rohingya sind nicht eine friedliche Gruppe wie die Jesiden ... gestern 10:30
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3055
    "Die Flucht der Rohingya vor Verfolgung in ihrer Heimat" CNN berichtete vor einigen Tagen, dass diese Flüchtlinge ein Angebot ... So, 24.05.15 10:17
  • PMPMPM aus Wilen SZ 193
    Witzig... ...dass der Schreibende bei seiner Mobile-Nummer immer noch 8038 Zürich ... Sa, 23.05.15 19:33
  • gerdpost aus berlin 1
    Spendet an kleine Organisationen! Ganz im Ernst: das rote Kreuz ist bei Insidern schon immer für Klotzen ... Sa, 23.05.15 18:43
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3055
    Dieser... Jihadist dürfte genau so ein "Franzose" sein, wie diejenigen ... Fr, 22.05.15 14:24
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3055
    Die... Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) umfasst 57 Staaten. ... Fr, 22.05.15 09:54
  • Kassandra aus Frauenfeld 1346
    Wie bitte geht der Satz weiter, verehrter zombie? Mi, 20.05.15 23:47
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3055
    Das... Dubliner Übereinkommen verpflichtet die Mitgliedsstaaten, dass ein ... Mi, 20.05.15 10:14
Indien leidet an der Hitzewelle.
Unglücksfälle Schon 1400 Tote durch Hitze in Indien Hyderabad - Die seit mehr als einer Woche anhaltende ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 10°C 17°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 7°C 19°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 11°C 20°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Bern 9°C 23°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 10°C 23°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 10°C 24°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 14°C 22°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten