Zweiter Säugling im Babyfenster
publiziert: Montag, 11. Apr 2005 / 18:07 Uhr / aktualisiert: Montag, 11. Apr 2005 / 18:39 Uhr

Einsiedeln - Im Regionalspital Einsiedeln ist zum zweiten Mal ein Säugling ins Babyfenster gelegt worden. Es handelt sich laut den Behörden um einen gesunden Knaben.

Das Einsiedler Babyfenster ist umstritten.
Das Einsiedler Babyfenster ist umstritten.
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Wie die Vormundschaftsbehörde des Bezirks Einsiedeln mitteilte, wurde der Säugling um 3.25 Uhr ins Babyfenster gelegt. Der gesunde Neugeborene ist laut der Mitteilung 52 Zentimeter gross und 3700 Gramm schwer. Er bleibt für weitere medizinische Abklärungen vorläufig im Spital.

Die Spitalverwaltung informierte sofort die Vormundschaftsbehörde Einsiedeln, nachdem das Baby entdeckt worden war. Diese bestellte dem Neugeborenen einen Vormund, der nun für sämtliche rechtlichen Aspekte zuständig ist und die gleichen Rechte und Pflichten übernimmt, die üblicherweise den Eltern obliegen.

Keine weiteren Auskünfte

Insbesondere soll der Vormund laut der Mitteilung dafür sorgen, dass die Privatsphäre des Kindes gewahrt bleibt. Die Behörde will deshalb auch keine weiteren Auskünfte erteilen. Sie ersucht die Mutter oder allenfalls den Vater, sich zu melden, unter Wahrung der Anonymität nach aussen.

Die Mutter oder der Vater des Kindes haben das Recht, bis zum Vollzug der Adoption das Kind zurück zu fordern. Voraussetzung ist, dass die Elternschaft zweifelsfrei festgestellt werden kann und dass die Voraussetzungen für eine Aufnahme des Kindes gegeben sind.

Eine Adoption sei frühestens nach einem Jahr Pflege durch die künftigen Eltern möglich, heisst es in der Mitteilung.

Umstrittene Einrichtung

Der Säugling ist das zweite Neugeborene, das ins Babyfenster Einsiedeln gelegt wurde. Im September 2002 war das erste Kind gefunden worden.

Das umstrittene Einsiedler Babyfenster war im Mai 2001 eröffnet worden. Dahinter steht die Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind (SMHK). Sie sieht darin ein Hilfsangebot für Mütter in extremen Situationen.

Zwar räumte die SMHK ein, dass die Benützung des Babyfensters unter Umständen ein Verstoss gegen die Meldepflicht in zivilrechtlichem Sinn sei. Es sei aber eine Alternative zu Schwangerschaftsabbruch oder Kindstötung und besser als Aussetzung.

Ein Gutachten des Bundesamtes für Justiz war zum Schluss gekommen, das Babyfenster verletze Kinds- und Vaterrechte. Eine Mutter, die ihr Kind anonym ins Fenster lege, handle nicht legal.

(sl/sda)

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