U21-WM in der Schweiz
Zweiter U21 Handball-Titel für Russland
publiziert: Sonntag, 2. Sep 2001 / 19:18 Uhr

Basel - Russland ist zum zweiten Mal nach 1995 U21-Weltmeister. Die Russen bezwangen in der Basler St. Jakobshalle in einem dramatischen Final Spanien 31:27 (13:19). Bronze holte sich Schweden mit einem 37:26 (17:14)-Sieg über Ungarn. Kleiner Trost für die Schweizer: Manuel Liniger (Pfadi Winterthur) wurde mit 70 Treffern Torschützenkönig.

Die Goldmedaille für Russland, die von Bundesrat Samuel Schmid überreicht wurde, ist beinahe wie ein Märchen. Erstens rückten die Osteuropäer, die in der WM-Qualifikation an Ungarn gescheitert waren, erst durch die Absage von Südafrika ins Teilnehmerfeld nach und bereiteten sich nur während fünf Tagen auf die WM vor. Zweitens lag das Team von Trainer-Geburtstagskind Walentin Sichew nach 26 Minuten scheinbar aussichtslos mit 10:19 im Rückstand. Der erste WM- Titel für die Spanier nach drei verlorenen Endspielen und die Revanche für die Final-Niederlage von 1995 schien nur noch Formsache.

In der zweiten Halbzeit traten die Russen jedoch wie verwandelt auf. Angeführt vom überragenden Alexander Gorbatikow (7 Treffer) und mit dem nötigen Wettkampfglück holten sie Tor um Tor auf. Die Entscheidung fiel zwischen der 42. und der 51. Minute, als die Osteuropäer von 20:22 auf 25:22 davonzogen. Diesen Vorsprung gaben sie nicht mehr aus der Hand. In der Schlussphase lagen die Nerven bei den Spaniern blank. Topskorer Iker Romero (11 Tore) verliess nach einer unnötigen Zweiminutenstrafe völlig verärgert das Feld (59.) und fünf Sekunden vor Ende der Partie gerieten die Spieler beider Teams heftig aneinander, beruhigten sich aber wieder.

Die Niederlage Spaniens war absolut unnötig. Nach einer vorzüglichen ersten Hälfte, als sie sich innert etwas mehr als vier Minuten von 14:10 auf 19:10 absetzten, traten sie nach der Pause wie paralysiert auf. Sie kamen mit dem neuen taktischen Verteidigunskonzept der Russen, ein defensives 3:2:1-System, überhaupt nicht zurecht und leisteten sich individuelle Fehler en masse. Und wenn sie das russische Abwehrbollwerk doch einmal durchbrachen, scheiterten sie Mal für Mal am starken, ins All-Star-Team gewählten Goalie Juri Ojered oder trafen nur die Torumrandung (4x).

Trainer Sichew begründete den Erfolg mit der Turniererfahrung. Den Stamm der Mannschaft bildete die U19, welche im vergangenen Jahr Weltmeister geworden war. Und Spaniens Trainer Jorge Jimenez meinte, dass seine Schützlinge mannschaftlich zu wenig geschlossen aufgetreten seien, es zu viele Einzelaktionen gegeben hätte.

Schweden sicherte sich Bronzemedaille

Im Spiel um Rang 3 hielt Ungarn nur bis zur Pause einigermassen mit. In den zweiten 30 Minuten hatten die Magyaren, die während der ganzen Partie nie in Führung lagen, dem stilsicheren schwedischen Kombinationsspiel nichts mehr entgegenzusetzen. Die Skandinavier erhöhten das Skore bis zur 40. Minute von 17:14 auf 26:18. Danach war die Begegnung gelaufen, der Widerstand der Ungaren gebrochen. Überragender Spieler auf dem Platz war der schwedische Torhüter Per Sandström, der 24 von 50 Schüssen abwehrte. Bei Ungarn kam hingegen Barcelona-Star Laszlo Nagy überhaupt nicht auf Touren. Der 2,04 m grosse und 108 kg schwere Linkshänder brauchte für seine drei Treffer acht Versuche, produzierte einige Ballverluste und wurde ab der 40. Minute nicht mehr eingesetzt. Topskorer der Partie war der Schwede Kim Andersson mit acht Treffern.

Spanien - Russland 27:31 (19:13)

St. Jakobshalle, Basel. -- 5100 Zuschauer.
SR Hakansson/Nilsson (Sd).
Torfolge: 0:1, 2:1, 2:2, 5:2, 6:4, 8:4, 9:5, 9:7, 11:7, 12:9, 14:10 (22.), 19:10 (26.), 19:13; 19:15, 21:16, 21:20 (41.), 22:21, 22:23 (48.), 22:25, 23:25, 23:28 (55.), 25:29, 27:31.
Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Spanien, 7mal 2 Minuten gegen Russland.

Spanien: Chirosa/Santana; Garcia, Carton (2), Rio (1), Aguinagalde, Entrerrios, Prieto (3), Urdiales (8), Rodriguez (1), Romero (11/5), Alvarez (1).
Russland: Ojered/Titow (25.-30.); Frolow (1), Rubizow (3), Kowalew (2), Bulach (3), Diatschuk (2), Gorbatikow (9/1), Tschipurine (4), Miagkow (7), Tschernow.
Bemerkungen: 25. Titow hält Penalty von Romero. 52. Ojered hält Penalty von Urdiales. 55. Santana hält Penalty von Gorbatikow.

(kil/sda)

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