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Zweites FCB-Double unter Christian Gross
publiziert: Sonntag, 11. Mai 2008 / 08:21 Uhr

Die rot-blaue Leidenszeit hat seit Samstagabend ein Ende. Nach zwei Saisons, in denen das Meisterrennen jeweils in der letzten Runde zu Ungunsten des FC Basel ausging, steht das Team von Christian Gross getreu der eigenen Ansprüche wieder dort, wo es sich selber sieht: An der Spitze des Schweizer Klubfussballs.

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Auf dem Weg zum zwölften Titel der Vereinsgeschichte hatte der mit einem Budget von rund 30 Millionen Franken operierende Ligakrösus freilich harte Arbeit zu verrichten.

Er hatte die Young Boys, und nicht wie erwartet den personell Stück für Stück geschwächten Titelverteidiger FC Zürich, auf Distanz zu halten, er hatte selbst wichtige Abgänge zu verkraften, liess sich aber in stimmungs- und leistungsmässig schwierigen Wochen (Februar und März) nicht vom Weg abbringen.

Das vom akribisch arbeitenden und ungemein ehrgeizigen Trainer Christian Gross vorgegebene Motto «Move to the next level» mit den Vorgaben Meistertitel, Cupsieg und dem Überwintern im UEFA-Cup hat der FCB resultatmässig erreicht. Dafür gebührt dem Brachenprimus Respekt.

Einzig über die Art des Ausscheidens im Europacup dürften sich Gross und Co. Gedanken gemacht haben. Mit den Auftritten in der ersten K.o.-Runde gegen Sporting Lissabon (0:2 auswärts, 0:3 in Basel) betrieben die Basler im Februar, anders als etwa bei ihren begeisternden Spielen in der Champions-League-Saison 2002/03 oder beim Viertelfinal-Vorstoss im UEFA-Cup vor gut zwei Jahren, keine Werbung in eigener Sache.

Cupsieg als «Starthilfe»

Auf dem Weg zum Double machte der FC Basel nicht immer einfache Zeiten, dafür aber massive Leistungsschwankungen durch. Mitte März wurde ein Streit zwischen den Führungsspielern Ivan Ergic und Daniel Majstorovic nach dem 2:4 in Sitten von einigen Medien ausgeschlachtet.

Zwei Wochen später war mit dem 0:1 in Luzern der Sechs-Punkte-Vorsprung aus der Winterpause auf YB eingebüssst. Und vor dem Cupfinal war im Boulevard gar vom «Frust-Leader» die Rede, weil in der Hauptprobe in Zürich (1:1 gegen GC) wieder nur ein Punkt resultiert hatte.

Ein Befreiungsschlag war der vierte Cupsieg in der Ära Gross am 6. April. Das 4:1 im heimischen St.-Jakob-Park gegen den damaligen Challenge-League-Leader Bellinzona basierte zwar nicht auf einer guten Leistung des Oberklassigen, verfehlte aber seine Wirkung im Hinblick auf die Schlussphase der Meisterschaft nicht.

In den folgenden sechs Partien holte der FCB zwölf Punkte (unter anderem mit dem 4:0 gegen den entthronten Meister Zürich). Das sprichwörtliche Meisterstück lieferte Basel in der «Finalissima» gegen YB ab.

Bundesliga-Rückkehrer als Gewinn

Den personellen Aderlass mit den Abgängen von Mladen Petric, Ivan Rakitic, Boris Smiljanic, Mile Sterjovski und in der Winterpause auch Felipe Caicedo konnte der FCB nicht zuletzt dank den Transferüberschüssen aus anderen Jahren überraschend gut auffangen.

Mit David Degen, Benjamin Huggel und Marco Streller kehrte vor der EM im eigenen Land ein bestens bekanntes Trio aus der Bundesliga nach Basel zurück, integrierte sich in der Heimat wie erwartet rasch und reifte trotz teilweise längeren Ausfällen (Streller, Degen) schnell zu unersetzlichen Werten.

Dazu stiessen aus Sitten der vielleicht beste Super-League-Flügel Carlitos, der rasch einschlug, sowie mit den Nachwuchs-Internationalen Fabian Frei und Valentin Stocker zwei viel versprechende Talente aus der eigenen Nachwuchs-Abteilung, die in der höchsten Spielklasse ihre ersten Spuren mit Nachdruck hinterliessen.

Bester Torhüter

Ein weiterer wichtiger Faktor auf dem Weg zum zweiten Double unter Christian Gross nach 2002 war der Goalieposten. Franco Costanzos Auftritte waren nicht mehr mit jenen zu Beginn seiner FCB-Karriere vor zwei Jahren zu vergleichen. Der Argentinier ist in der derzeitigen Verfassung der beste Keeper in der Schweiz, er steht zu Recht zur Wahl als «Spieler des Jahres». Und wenn der «Gaucho» fehlte, hatte er in Team-Spassvogel Louis Crayton einen würdigen Vertreter.

Eines Meisters würdig war die Achse mit Costanzo, dem zumeist umsichtigen Abwehrpatron Daniel Majstorovic, dem wieder erstarkten Captain Ivan Ergic, der in guten Momenten an seine Form aus der Champions-League-Saison erinnerte, und Streller. Letzterer erhielt, um seine Form aufzubauen, in Basel jenes Vertrauen und jene Zeit, die in seinem Meisterjahr in Stuttgart bei Armin Veh abhanden gekommen war.

Ein Streller mit klar nach oben weisender Formkurve und wieder erstarktem Selbstvertrauen war nicht nur für den FC Basel ein Gewinn, sondern könnte es auch sein, wenn das Schweizer Nationalteam im St.-Jakob-Park seine EURO-Vorrundenspiele bestreiten wird. «Er ist auf bestem Weg dazu, eine grandiose EM zu spielen», vermerkte Gross diese Woche. Seine Worte in Schweizer Volkes Ohr...

(von Stefan Baumgartner/Si)

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