Auch SVP-Wähler waren gegen Zweitwohnungen
Zweitwohnungsinitiative erhielt Zustimmung von links und rechts
publiziert: Freitag, 4. Mai 2012 / 10:12 Uhr / aktualisiert: Freitag, 4. Mai 2012 / 16:41 Uhr
Während drei Viertel der SP-Sympathisanten ein Ja in die Urne legten, stimmte auch beinahe die Hälfte der SVP-Anhänger für die Initiative. (Symbolbild)
Während drei Viertel der SP-Sympathisanten ein Ja in die Urne legten, stimmte auch beinahe die Hälfte der SVP-Anhänger für die Initiative. (Symbolbild)

Bern - Die Zweitwohnungsinitiative ist nicht nur bei der politischen Linken auf Zustimmung gestossen. Fast jeder zweite SVP-Anhänger legte am 11. März ein Ja in die Urne. Deutliche ideologische Gräben gab es dafür in der Frage nach zusätzlichen Ferien und bei der Buchpreisbindung.

9 Meldungen im Zusammenhang
Eher überraschend hatte sich am letzten Abstimmungssonntag eine knappe Mehrheit der Stimmenden für die Zweitwohnungsinitiative des Umweltschützers Franz Weber ausgesprochen. Die von gfs.bern in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich durchgeführte Vox-Analyse zeigt nun, dass das «linke» Volksbegehren auch bei den SVP-Sympathisanten Anklang fand.

Gemäss der am Freitag veröffentlichten Analyse stimmten 48 Prozent der SVP-Anhänger für die Begrenzung des Zweitwohnungsbaus. Auf der anderen Seite folgten drei Viertel der SP-Sympathisanten der Ja-Parole ihrer Partei.

Zustimmungsrate der FDP deutlich tiefer

Die Zustimmungsrate unter den Anhängern von FDP (33 Prozent Ja) und CVP (28 Prozent Ja) lagen zwar deutlich tiefer. Die Vorlage fand aber über die ideologischen Gräben hinweg Zustimmung und war nicht durch einen starken Links-Rechts-Gegensatz geprägt, wie aus der Analyse hervorgeht.

In alpinen Tourismusregionen stiess das Begehren wenig überraschend auf weniger Anklang als in den Gebieten des Mittellands. Selbst in den Alpenkantonen habe die Initiative aber eine «beträchtliche Unterstützung» erfahren.

Ins Auge sticht besonders die in den Worten der Autoren «sensationell anmutende Zustimmung» für die Argumente des Pro-Lagers. Selbst unter den Gegnern der Initiative waren etwa 73 Prozent der Meinung, Zweitwohnungsregionen glichen in der Zwischensaison Geisterstädten. Die Weber-Initiative habe ein «in breiten Bevölkerungskreisen anerkanntes Problem aufgegriffen».

SVP-Anhänger blieben zuhause

Mit 45,1 Prozent lag die Wahlbeteiligung am 11. März zwar knapp über dem langjährigen Durchschnitt. Die Mobilisierung der SVP-Wählerschaft fiel mit 41 Prozent aber unterdurchschnittlich aus. Dies lasse sich wohl damit erklären, dass keine der Initiativen aus den Reihen der SVP stammte, schreiben die Autoren.

Für die Analyse befragte das Forschungsinstitut gfs.bern in den 14 Tagen nach dem Urnengang insgesamt 1570 stimmberechtigte Personen. Im Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich wurden die Daten anschliessend ausgewertet. Der Stichprobenfehler beträgt +/- 2,5 Prozent.

(knob/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Lausanne - Die Weber-Initiative zur Verhinderung der Bauspekulation im geschützten ... mehr lesen
2007 wurde das Lavaux ins UNESCO-Welterbe aufgenommen.
Der Kanton Waadt lässt den Gemeinden bei Zweitwohnungen bis Ende Jahr Zeit.
Lausanne - Die Gemeinden des Kantons Waadt können bis Ende 2012 den Bau von Zweitwohnungen bewilligen. So hat die Kantonsregierung nach der Annahme der Zweitwohnungsinitiative von Franz Weber ... mehr lesen
Bern - Die Grünen zeigen sich im Hinblick auf die Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative kompromissbereit: Sie wollen nicht auf einer strikten Zweitwohnungs-Definition beharren. Sind Wohnungen 120 Tage im Jahr bewohnt, sollen sie nicht unter die Quote fallen. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bei Zweitwohnungen handelt es sich um Wohnungen, die nur temporär genutzt werden.
Lausanne - Pierre Chiffelle, juristischer Berater der Stiftung Franz Weber und Mitglied der von Bundesrätin Leuthard eingesetzten Arbeitsgruppe zur Zweitwohnungsinitiative, ... mehr lesen
Bern - Nach der Annahme der ... mehr lesen
WAs kostet der Landschaftsschutz?
Bern - Vier Tage nach der hauchdünnen Annahme der Zweitwohnungsinitiative durch das Schweizer Stimmvolk hat der Bund Leitlinien für Baubewilligungen bekannt gegeben. Für die Klärung offener Fragen hat Bundesrätin Doris Leuthard eine Arbeitsgruppe eingesetzt. mehr lesen 
Glaubwürdigkeit unserer Demokratie ist in Gefahr
http://bazonline.ch/schweiz/standard/Stoerfeuer-aus-den-Bergen/story/1...

Schaffen wir doch die direkte Demokratie ab und überlassen die Bergkantone ihrem Schicksal. Wer dann die Subventionen an die "armen Bergkantone" bezahlt, kann uns dann Wurst sein.

Die "Üsserschwyz" hat entschieden, und daran haben sich alle Bergkantone zu halten. Da gibt es nichts zu interpretieren, definieren oder weiss ich was.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Zwischen Bodensee und Säntis ist eine Landesausstellung geplant.
Zwischen Bodensee und Säntis ist eine Landesausstellung geplant.
Abstimmung am 5. Juni  Bern - Neben den fünf eidgenössischen Abstimmungsfragen entscheiden am 5. Juni die Stimmberechtigten über zahlreiche kantonale Vorlagen. In den Kantonen St. Gallen und Thurgau wird über das Schicksal der Expo2027 befunden. mehr lesen 
Laut Umfrage  Zürich - Die Zustimmung für die Pro-Service-public-Initiative schmilzt laut einer Umfrage. Doch die ... mehr lesen  
Mehr Bürger als noch im April lehnen die Pro-Service-public-Initiative ab.
Künftig mindestens 500'000.-- und die ganze Schweiz inklusive: SwissPass, der schon bald mal GACH heissen könnte.
Etschmayer Durch ungeschickte Avancen von SBB- und Post-Chefs, droht die Service-Public-Initiative tatsächlich angenommen zu werden. Von bürgerlicher Seite her solle ... mehr lesen  
Wahlen 2015  Bern/Lausanne - Die SVP hat ihr gutes ... mehr lesen
Migration, Asyl und Flüchtlinge galten bei der Wählerschaft als wichtigstes Problem. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 13°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel 15°C 29°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 14°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Bern 13°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 14°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Genf 17°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 18°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten