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Thema: Berufspolitiker: Unvermeidliches Übel?

Auf allen Ebenen das gleiche Problem
Nicht nur auf eidgenössischer Ebene, sondern auch auf den tieferen Stufen wie Kanton und Gemeinde, sind die Beanspruchungen an die (Legislativ)Politiker in den letzten Jahren stetig gewachsen. Als ich 1994 zum ersten Mal gewählt wurde, ging man von einer etwa 15% Arbeitsbelastung aus, wovon einen Drittel auf Arbeitszeit und den Rest auf Freizeit draufging. Finanziell durfte man zwischen CHF 4000.00 – 6000.00 pro Jahr rechnen. Wobei, ausser in den Schulferien, jede Woche Rat- und Kommissionssitzungen statt fanden. Als ich 2011 ausgeschieden bin, war das zeitliche Engagement auf das doppelte gestiegen. Nicht eingerechnet wird dabei die Zeit welche man mit Standaktionen, Delegiertenversammlungen, Vorstandssitzungen und Klausurtagungen verbringt. Schlussendlich sind dann noch die Wähler, welche „ihren“ Politiker auch mal gerne an diesem Fest oder jenem Anlass sehen möchten. Gerne werden solche Personen auch noch als Vorstandmitglied im örtlichen Chüngelizüchterverein gewählt. Glück hat, wer nicht gleich als deren Präsident vorgeschlagen und mit Akklamation in dieses zusätzliches Amt geworfen wird. Übrigens gilt dieses Szenario sowohl für Links wie auch Rechts.
Als Geschäftsinhaber mit einem Kleinstunternehmen liegt das nicht mehr drin. Kommt hinzu, dass man sich als politisch tätiger Mensch zu einer politischen Richtung outet (logischerweise), was Teile der lieben Kundschaft gar nicht goutieren kann oder will. Zwar war man vorher ein guter Maler, Schreiner oder Schlosser, sobald man aber ein Parteikürzel hinter seinem Namen trägt, ändert sich dies schlagartig. Gut haben es diejenigen, welche in einem Grossunternehmen oder noch besser in der Verwaltung arbeiten. Erstens können sie ihre Arbeit einteilen und zweitens wird man, vor allem bei staatlichen Angestellten, für solche Tätigkeiten oft freigestellt. Sicher, seine Arbeit muss irgendwann auch gemacht werden und die Belastung ist dieselbe, aber man kann es sich besser einrichten, als wenn ein Geschäft mit Öffnungszeiten da ist. Nach 20 Jahren aktiver Politik kann ich, trotz sehr vielen positiven Aspekten, nur ein vernichtendes Fazit ziehen. Nie mehr!
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