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Thema: Caritas-Legende

Kooperation Staat-NPO unverzichtbar
„Die Schweiz“ leistet Entwicklungszusammenarbeit (EZA). Wer genau leistet sie? In hohem Masse sind dies Non-Profit-Organisationen: nicht-kirchliche (Helvetas, Terre des hommes etc.) und kirchliche (Caritas, HEKS etc.). Weil die Schweiz kein eigenes „Bundeshilfswerk“ unterhält, ist das Land – da es EZA leisten will – auf die Arbeit dieser Organisationen angewiesen, welche folgerichtig von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) Geld erhalten. Wie viel insgesamt für EZA ausgegeben wird, unterliegt einem demokratischen Prozess.

Damit die NPO Geld vom DEZA erhalten, müssen sie umfangreiche Gesuche einreichen. Das DEZA geht auf die Gesuche nur dann ein, wenn eine Reihe von Richtlinien erfüllt sind, so zum Beispiel auch, dass das betreffende Projekt allen Menschen, unabhängig von der Religionszugehörigkeit, zugute kommt, und dass es nicht mit missionarischen Aktivitäten verbunden ist.

Spielt es eine Rolle, woher die Motivation einer NPO kommt, EZA zu leisten, sofern die genannten Richtlinien erfüllt sind? Warum soll das Bedürfnis, sich zum Wohle anderer Menschen einzusetzen, nicht einen Glaubenshintergrund haben, sofern die Hilfeleistung in keiner Weise an Glaubensfragen geknüpft wird?

Nebst der „Caritas-Legende“ gäbe es noch viele andere Legenden. Spendensammelnde Organisationen, die soziale Arbeit leisten, erhalten viel Geld vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV). Organisationen im Gesundheitsbereich werden vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitfinanziert, oder sie haben mit Kantonen Leistungsaufträge abgeschlossen. Ist das zu verurteilen?

Nein, solange die nötigen Qualitätsstandards eingehalten werden. Denn all diese gemeinnützigen Organisationen übernehmen enorm viel Arbeit zum Wohle unserer Gesellschaft, die weder vom freien Markt, noch von staatlichen Einrichtungen geleistet werden kann. Diese Kooperation zwischen Staat und Non-Profit-Sektor, zu dem auch die gegen 100‘000 Schweizer Vereine zählen, trägt wesentlich zu unserem Wohlstand bei.
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· Kooperation Staat-NPO unverzichtbar
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