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Thema: Anschlag überschattet Nahost-Gespräche

Realität und Utopie - Teil 2
Seit vielen Generationen ist der Nahe Osten ein Konfliktherd. So lange die meisten von uns zurückdenken können, steht der einhaltende Kampf zwischen Israel und der arabischen Welt im Mittelpunkt der Schlagzeilen und der Nachrichtensendungen. Seitdem in den letzten Jahren westliche Lander ihren Einfluss im Nahen Osten geltend machen, um durch ihre Vermittlung einen Frieden zustande zu bringen, ist als Gegenreaktion der Terrorismus auf den Plan getreten. Die Terrorwelle hat im September 2001 die Vereinigten Staaten erreicht und einen von den USA angeführten "Krieg gegen den Terror" eingeleitet. Seitdem wenden sich die Angriffe militanter Kräfte im Nahen Osten nicht nur gegen den einzigen wirklich demokratischen Staat in der Region, sondern auch gegen den Westen. Israel und peine westlichen Verbündeten stellen nun mehr vor einer sich verschärfenden Krise globalen Ausmasses, mit möglicherweise drastischen Folgen für die wirtschaftliche und persönliche Sicherheit aller Menschen auf Erden. Wodurch wurde dieser Konflikt ausgelöst, und warum eskaliert er immer mehr? Warum ist der Frieden ein so trügerisches Ziel? Gibt es jemals eine Hoffnung, diesen Konflikt zu lösen?
Komplizierter wird die Antwort auf diese Fragen durch Faktoren, welche die Medien selten erwähnen, die uns aber auf den folgenden Seiten beschäftigen werden. Im Laufe der Jahre haben die Medien der westlichen Welt die Fakten als zusammenhanglose Klangfetzen präsentiert, so dass es schwierig ist, die Teile dieses nahöstlichen Puzzles zusammenzufügen. Nur wenn wir das historische Gesamtbild von seinem Anfang her betrachten und durch die Zeit hindurch nachvollziehen, können wir die Ursachen des Konflikts erkennen. Dann werden wir beginnen zu verstehen, was geschehen ist und warum. Auf den nächsten Seiten werden wir die einzelnen Teile an ihren richtigen Platz legen und eine klarere Perspektive dieses Puzzles darbieten, indem wir uns die Worte und Handlungen der Menschen auf beiden Seiten des Konflikts ansehen Wir werden uns zu Beginn die nahe liegende Frage stellen. Sie lautet: "Wie begann der Konflikt"?

l. Wie kam es zum arabisch-israelischen Konflikt?

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wanderten jüdische Zionisien nach Palästina ein, um sich in jüdischen Gemeinwesen niederzulassen, die es dort bereits seit biblischen Zeiten gab Ihre Nachbarn waren Araber, die während der islamischen Invasion von 638 n. Chr. und auch mit den Türken aus dem Osmanischen Reich, das 500 Jahre lang in Palästina und der ganzen Region herrschte, ins Land gekommen waren. Nachdem 1918 das Osmamsche Reich zusammengebrochen war, unterstellte der Völkerbund das Gebiet von Syrien-Palästina dem Mandat der Briten und Franzosen. Die nun voneinander getrennten Araber in diesen Regionen entwickelten voneinander unabhängige nationalistische Ambitionen. Wie die Juden erhielten sie von Vertretern der britischen Regierung widersprüchliche Versprechen über ihre Unabhängigkeit. Um den immer häufiger werdenden gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den arabischen und jüdischen Gemeinwesen ein Ende zu bereiten, erarbeiteten die Vereinten Nationen einen Teilungsplan für die Schaffung eines jüdischen und eines arabischen Staates in Palästina. Die Juden akzeptierten diesen Plan und erklärten 1948 ihre Unabhängigkeit. Die Araber hingegen lehnten die Teilung ab und begannen einen Krieg, um den gerade ausgerufenen jüdischen Staat zu vernichten. Im Verlauf dieses sowie eines weiteren Kriegs im Jahre 1967 wurden das Westjordanland, der Gazastreifen und die Golanhöhen von Israel besetzt: dabei entstand ein Volk von palästinensischen Flüchtlingen. Vor dein Krieg von 1967 wurde die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO gegründet, um als Vertretung der Palästinenser zu fungieren und die arabische Welt zur Zerstörung Israels anzustiften. Im Jahre 1987 begann die PLO mit einem Volksaufstand (Intifada) gegen Israel. Dabei bediente sie sich auch des Terrors als taktisches Mittel, um Israel zu Vergeltimgsinassnahmen zu zwingen und die Welt auf die Notlage der Palästinenser aufmerksam zu machen. Im Jahre 1993 trafen sich aufgrund internationaler Vermittlung israelische Politiker und führende Vertreter der PLO in Oslo, weil sie versuchen wollten, eine Lösung des Konflikts herbeizuführen. Am 13. September bandelten beide Seiten ein vorläufiges Friedensabkommen aus, das auch unter der Bezeichnung "Osloer Friedensprozess" bekannt wurde, indem sie eine "Prinzipienerklärung" unterzeichneten. Während der vereinbarten Übergangszeit von fünf Jahren ging der Terrorder Palästinenser jedoch weiter, obwohl die PLO zur Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) geworden war und für Jericho, Gaza und grosse Teiledes Westjordanlandes die Autonomie erhalten hatte. Im Mai 1999 endete die in den Oslo-Abkommen vorgesehene Übergangsphase. Trotz der von den Vereinigten Staaten und anderen Ländern unternommenen Vermittlungsversuche kam es im September 2000 erneut zu einer Intifada.
Diese historischen Ereignisse muss man jedoch in einem grösseren Zusammenhang betrachten, und zwar muss man die Krise, die innerhalb der islamischen Welt stattfindet, in die Überlegungen einbeziehen. Mit dem Verlall des Islam und dem Aufstieg des Westens als Supermacht sowie dem Eindringen der nicht-islamischen, auf westlichem Gedankengut basierenden Demokratie Israels in den vom Islam beherrschten, überwiegend nicht-demokratischen Nahen Osten, ist gegen die Lehre und die Werte des Islam «verstossen» worden. Radikal-islamische Gruppen benutzen die Sache der Palästinenser für ihre eigenen Ziele, nämlich die Zerstörung Israels und die Wiederherstellung der arabischen Einheit sowie der dominierenden Rolie des Islam. Mit Hilfe des Konflikts wollen sie eine endgültige Konfrontation zwischen dem Osten und dem Westen erzwingen. Der von den USA angeführte Krieg gegen den Terror, der durch die von arabisch-muslimischen Radikalen begangenen Anschlage vom 11. September 2001 beschleunigt wurde, könnte der Beginn einer solchen Konfrontation sein, obwohl diese abgeschwächt wird durch die Sachzwänge der amerikanischen Aussenpolitik, die Bündnisse unter arabischen Staaten sowie die Auffassungen der Europäischen Union und der internationalen Gemeinschaft. Gemeinsam mit diesem eskalierenden Konflikt findet im Nahen Osten ein Wettrüsten statt, bei dem häufig Lieferanten aus westlichen Ländern gegen kommunistische Mächte und arabische Diktatoren im Osten ausgespielt wurden. Dieses Wettrüsten hat heute einen Endpunkt erreicht. Gegnerische Mächte im Nahen Osten besitzen Massenvernichtungswaffen und drohen damit, diese in der Region und auch bei Terrorangriffen gegen den Westen einzusetzen. Deshalb könnte sich der Nahostkonflikt zum ersten Mal in der Geschichte zu einer globalen Auseinandersetzung ausweiten.

[© www.mnr.ch - Buch: "Realität und Utopie" von Randall Price ¦ 1.Auflage April 2004]
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