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Thema: Warum Fakten egal sind... für Konservative

Und noch was:
Unsere sogenannte Wissenschaft krankt sowieso seit einigen Jahren - sehr schwer sogar.

Heute gilt nur noch als Wissenschaftler, wer Publikationen macht. Und wer ist in der Lage, Publikationen zu machen? Wer entweder selbst genug Geld dafür hat oder wer einen Financier findet. Damit ist schon klar, dass nur, wer "genehmes" zu publizieren hat, auch an die Reihe kommt.

Damit hat sich die Wissenschaft quasi selbst zur Korruption bekannt.

Das ist der Grund, weshalb Leute wie Sie zum Beispiel, geehrter Herr Etschmayer, eben nur die Sachen zu lesen bekommen, die Sie lesen sollen. Wer "nichtkanonisches" (heute würden wir sagen, abseits des mainstream) behauptet, wird totgeschwiegen. Gelingt es ihm trotzdem, sich Gehör zu verschaffen, wird er lächerlich gemacht, als "unwissenschaftlich" verunglimpft und ins soziale Abseits gedrängt.
Seien Sie mal ehrlich; finden Sie diese Vorgehensweisen "wissenschaftlich"?

Wer glaubt, zu wissen, weiss nicht, dass er nur glaubt.

Die Finanzmafia hat ihre Krallen längst in unsere Bildungsstätten gesteckt - von der Primarschule bis zur Hochschule. Die haben kein Interesse an wachen, kritischen Geistern. Wie es unser ehemaliger Erziehungsdirektor arrogant von der Kanzel gepredigt hatte: "Gefragt seien nicht Spitzenkräfte, sondern guter Durchschnitt". Man muss diesen Satz vielleicht mehrmals lesen, bis man seinen wahren Gehalt erkennt. Ich habe diesen "guten Durchschnitt" kennenlernen dürfen. Heute finden es viele junge Studenten auf Nachfrage ganz selbstverständlich, dass man nur forscht, was die Industrie fordert... eine jämmerliche Haltung, die jeder freien Wissenschaft einen Riegel schiebt. Oder glauben Sie, der seltsame Begriff der "Durchlässigkeit" in unserem zerpflückten Bildungssystem sei vielleicht gut gemeintes Zufallsergebnis? Ich persönlich halte es für eine Sauerei, dass man jungen Leuten mit einer Schnellbleiche - der sogenannten Passerelle oder auch mit einer Berufsmatura - den Weg an die Hochschulen freimacht. Wo bleibt da die breite Allgemeinbildung? Wo bleibt die humanistisch geprägte gymnasiale Ausbildung?
Woher kämen auch sonst die Forderungen nach einer Erhöhung der Maturitätsquote?
Es wird mit allen Mitteln versucht, den Durchschnitt an die Hochschulen zu bringen. Der dadurch stark vergrösserte Konkurrenzdruck wird nicht nur das Bildungsniveau insgesamt senken (paradoxerweise könnte man meinen, aber die Ellböglerei absorbiert geistige Ressourcen, die man besser nutzen könnte), sondern auch der Industrie und der Finanzmafia die gewünschten unkritischen Kopfnicker bringen, die sie sich wünschen.

Kleines Beispiel zwischendurch: Ein Bekannter von mir studiert an der Fachhochschule Winterthur. Ich staune schon, dass man an einer sogenannten "Hochschule" noch Allgemeinbildung unterrichten muss - meiner Meinung nach hat diese vor dem Eintritt in eine Hochschule zu erfolgen. Aber item, dort wird das Fach "Deutsch" unterrichtet. Die Lehrerin verlangte von ihren Schülern einen Aufsatz zum Thema "Atomkraft" und drohte ernsthaft mit schlechten Noten, wer sich im Aufsatz positiv dazu äussern würde.
Ist das freie Wissenschaft? Ich hätte die Lady vor der Klasse zur Schnecke gemacht. Ich mag es nicht, dass sich solche Leute morgens im Spiegel anschauen und ihnen auch noch gefällt, was sie sehen...

Nein, meine Damen und Herren - in unserem Bildungssystem steckt der Wurm drin und zwar gewaltig. Nicht ohne Grund haben in den letzten Jahren viele namhafte Schweizer Professoren die ETH und die Uni ZH verlassen. Nicht zur Freude von Schweizer Studenten, die gerne doktorieren.

Aber nicht, dass jemand glaubt, ich vernachlässige bei der Betrachtung unser Berufsbildungssystem. Nur eben, auch dieses ist nicht mehr wirklich viel Wert. Durch die Einführung dieses unsäglichen Bologna-Systems hat man auch das Schweizer Berufsbildungssystem - weltweit einzigartig - kaputtgemacht. Viele Firmen, vor allem jene mit ausländischer Führung, haben keine Ahnung von diesem System. Eine abgeschlossene Berufslehre? So was gibt und gab es in Deutschland nicht. Dort brauchte man einen Fachschul- oder Fachhochschulabschluss. Wer das nicht hatte, war Hilfsarbeiter.
Darum muss heute ein junger Schweizer, der einen einigermassen anständigen Beruf ausüben will, NACH der Lehre noch 3-4 Jahre an einer Fachhochschule verbringen; Hauptsache, wir sind Bologna-kompatibel.

So kommt es heraus, wenn man 26 Erziehungsdirektoren ohne demokratische Kontrolle wursteln lässt, mit einem Parlament voller ahnungsloser Schnellschiesser und einer unterwanderten Verwaltung und Wirtschaft als Paten. Ueber Harmos wollen wir gar nicht reden.

Und nun viel Spass mit Fakten und Erkenntnissen. Hoffentlich sind Ihre Fakten auch im Geiste der Wissenschaft und nicht nur der Finanzmafia.
?
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