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Thema: Jugend - voll fett!

Verbot von Mami-Taxis
Ja, lieber Herr Etschmayer, da schreiben Sie wohl so manchem direkt aus dem Herzen!

Aber ich glaube, mit Ihren Vorschlägen haben Sie grossenteils die Rechnung ohne die Wirte gemacht. Beim Vorschlag, Mami-Taxis zu verbieten, musste ich schmunzeln und stellte mir gerade vor dem geistigen Auge vor, auf welche Weise und mit welchen Ausreden dieses Verbot dann umgangen würde. Heutige selbstsüchtige Helikopter-Eltern sind sehr erfinderisch, wenn es darum geht, ihre Neurosen auszuleben. Da wird dann einfach hinter der nächsten Ecke angehalten oder die Ausrede vorgebracht, der Heimweg dauere sonst zu lange, man habe nicht genügend Mittagszeit... etc. pepe...

Höhere Gewichtung der Turnnoten.... finde ich jetzt eine eigenartige Lösung, die kaum Erfolg haben würde, da sie ja die Fettklopse erst recht benachteiligt. Können Sie sich die armen Turnlehrer vorstellen, die mit Klagen dicker Eltern dicker Kinder eingedeckt werden?

Ausnahmsweise bin ich auch nicht bereit, die Gesellschaft als ursächlich schuldig anzusehen - obwohl ich dies in vielem tue. Für diese Entwicklung sind alleine die selbstsüchtigen Eltern verantwortlich, die mit jeder kleinsten Aufgabe bereits an ihre intellektuellen Grenzen gelangen. Kinder lässt man nicht mehr draussen spielen; sie könnten Streit bekommen, sich verletzen oder auch nur "Grasmosen" an den Hosen nach Hause bringen. Etwas, worüber sich schon unsere Mütter geärgert hatten, aber sie wären deswegen nicht auf die Idee gekommen, uns das Spielen auf der Wiese oder im Dreck zu verbieten.

Angefangen hat doch die ganze Misere vor rund 15-20 Jahren. Ich erinnere mich, wie der gute alte Sandkasten aus allen Vorgärten entfernt werden musste. Besorgte und belesene Eltern klärten mich auf, wie "ungesund" das Spielen darin sei - unhygienisch, weil da Katzen reinkacken - da könnte man krank von werden! Hunderttausende, ja Millionen von Kindern sind im Sandkasten mit Nachbarskindern sozialisiert worden und - was Wunder - haben es überlebt!
Desinfektionsmittel in Wohnungen, in denen Kleinkinder herumkrabbeln, damit Bubi ja nicht mit Mikroorganismen in Berührung kommt.
Spielzeug, das Generationen von Kindern begeistert hatte, musste "pädagogisch Wertvollem" weichen.... uff, was erinnert mich das an endlose Diskussionen mit werdenden und gewordenen Eltern im Bekanntenkreis, die ich plötzlich nicht mehr wiedererkannt hatte, als hätte man sie hirngewaschen.
Plötzlich schien da etwas zum Vorschein gekommen zu sein, das in diesen Leuten geschlummert hatte. Ihre Defizite, die sie, wie wir alle hatten, mussten an Bubi wiedergutgemacht werden. Jede und jeder wollte ein "Super-Elter" sein, keiner hätte sich getraut, dem anderen zu erklären, dass er seinen Spross nach altbekannter Manier "erziehen" würde. Ja, sogar die Nennung des Wortes "Erziehung" hätte schon einen nicht mehr loszuwerdenden Verdacht auf ihn geworfen, seinem Spross nicht den gebührenden Respekt und Freiraum, die gebührende Sorgfalt und Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Exakt zeitgleich mit dieser Spinner-Welle richtiggehend durchgeknallter Eltern hat auch das Zeitalter der Beendigung der elterlichen Erziehung und der Einzug des elterlichen "Kokons", wie Sie es nennen, gehalten.

Sie können noch so viele und noch so gute Vorschläge bringen, es wird alles überhaupt nichts nützen. Denn die Schuldigen sind die Erzeuger dieser Kinder, diese selbstsüchtigen Eltern, die es gerade noch schaffen, Kinder zu zeugen, um sich selbst einen Lebenssinn zu geben oder um ein "Gspänli" zu haben. Das aber ist nicht die Haltung verantwortungsvoller Eltern, die fähig wären, gesunde Kinder grosszuziehen. Völlig unmöglich, da kann auch noch so viel staatliche Intervention nichts ändern.

Es ist der Lauf der Dinge.
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