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Thema: Sozialsystem oder Bedingungslosigkeit

Wohlstandsverlierer
Hat mir mein Sozialarbeiter am letzten Montag gesagt und ich habe ihn angelacht und gesagt, genau dazu gehöre ich und ich schäme mich dafür auch nicht. In den letzten 25 Jahren als Streetworker, Relilehrer, Jugendarbeiter habe ich mich genug mit Behörden und Politikern herumgeschlagen, die am liebsten alles unter den Teppich kehren. Ein roter Faden in meinem Leben sind sexuelle Übergriffe innerhalb der Familie, der Schule, der Kirche, den Sportvereinen. Ein anderer roter Faden sind psychischen und physischen Gewaltexzesse innerhalb unserer Familien, Schulen und Kirchen. Arbeite ich nun Schwarz, wenn ich weiterhin die Jugendlichen in meinem Wohnort im öffentlichen Raum besuche und mit ihnen über die oben genannten Dinge diskutiere. Bin ich nicht bei den Jungen, bin ich bei den Flüchtlingen im Durchgangszentrum und versüsse Ihnen das Leben. Helfe den Betreuern und bin mit ihnen an einem Gartenprojekt entwickeln. Daneben besuche ich am anderen Ende des Kantons Kleinbauern und helfe ihnen beim Holzen oder bin als Chauffeur für sie unterwegs. Auch besuche ich da alte ehemalige Akkordarbeiter und Monteure, die ihre Körper so kaputt gearbeitet haben, dass sie die meiste Zeit zu Hause sitzen und Fernseher. Auch ihnen zaubere ich immer wieder gerne ein Lächeln auf das Gesicht. Manchmal müssen sie fast heulen, wenn ich wieder gehe. Meine momentanen Bewerbungsgespräche laufen so, dass nach 10 Minuten die Politikerinnen sagen. wir denken die Stelle passt nicht zu ihnen. Nach 60 Minuten strahlt die schwangere Jugendarbeiterin für die ich eine Vertretung hätte machen müssen und die Vertreterin der Jugendkommission meint, wenn es mehr Menschen wie sie gäbe die Welt wäre friedlicher. Die Stelle habe trotzdem nicht erhalten. Arbeite ich nun Schwarz oder lebe ich jetzt schon vom bedingunslosen Grundeinkommen? Das edelste und inteligenteste, was unsere Welt besitzt unsere Kinder und unsere indigenen Kulturen, opfern wir lieblos auf dem Wohlstandsaltar unserer Konsum- & Suchtgesellschaft. Wenn ich in der Schweiz glückliche laute Kinder wollte, musste ich ins Freibad. In Holgin der tiefsten Provinz Kubas sass ich mit einer Unterstufenpädagogin, eine Stunde vor einem Schulhaus, dass genauso laut war, lauter glückliche Kinder, die hatten so Schule. Drei Stunden zuvor ist uns ein brandschwarzer Junge auf dem Fahrrad begegnet, er fragte woher wir sind. Wir sagten ihm aus der Schweiz. Er antwortete, ah Schweiz, vier Sprachen, Deutsch, Französisch, Italienisch und Romanisch. Da sind zwei Pädagogen die Kiefer runtergefallen. Spannend auch wer sich in Kuba im Augenblick die Türklinke in Hand gibt und wer das Rockkonzerte gratis gibt. Das Leben wäre ja eh gratis, nur bei uns nicht.
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Die Redaktion wird sich den Kommentar ansehen und entscheiden, wie damit zu verfahren ist.


4 Kommentare
· Wohlstandsverlierer
· Das ist ein wunderbarer Beitrag 8s8s8s!
· Utopie, immer noch
· Tschuldigung Regula,
Mitreden
.
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