Thema:
USA und Türkei bündeln Kräfte im Syrien-Konflikt
Montag, 13. August 2012 09:42 Uhr
Zum Aufstand in Syrien, Einmischung vom Ausland. Grundsätzliches, auch von Immanuel Kant
HeinrichFrei aus Zürich (224 Kommentare seit Sa, 23.10.2010)
"Kein Staat darf sich in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates einmischen", schrieb der Philosoph Immanuel Kant in seinem Traktat "Zum ewigen Frieden". Mit dieser These begruendete Kant das fundamentale Prinzip der Souvernität jedes Staates. Kant befuerchtete dass die Einmischung in die
inneren Angelegenheiten eines Staates "nur die Anarchie" im internationalen Bereich heraufbeschwöre.
Heutige Politiker betrachten militärische Interventionen und die Bestrafung von "Uebeltätern" mit Waffengewalt oft als "notwendig", im Gegensatz zu Immanuel Kant.
Grossbritannien mischt sich jetzt in der Buergerkrieg in Syrien ein. Es
unterstuetzt die Aufständischen mit 6,3 Millionen Euro. Auch die USA und die Tuerkei helfen den Rebellen. Die autoritären Regimes Saudiarabiens, Katars und der Emirate liefern den syrischen Rebellen direkt Waffen und Munition.
In Lybien im letzten Jahr hatten die Aufständischen nur Erfolg, weil
die Nato und arabische Staaten tausende Bombeneinsätze flogen, was tausenden Zivilisten das Leben kostete. - Wo gehobelt wird, fliegen Späne.
In Lybien verletzten die USA, europäische und arabische Staaten klar die Souvernität
Lybiens. Sie verletzten den Grundsatz "kein Staat darf sich in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates einmischen", wie Kant postulierte. - Vor dem Krieg in Lybien verkaufte man diesem menschenrechtsverletzenden Regime in
Afrika Unmengen Waffen. Man machte auch sonst gute Geschäfte mit diesem Regime. Wer diese Deals mit dieser Dilkatur kritisierte machte sich fast schon verdächtig.
Schon fruher missachteten viele Staaten die Souvernität anderer Staaten. Die Sowjetuniuon intervenierte 1956 in Ungarn und 1968 in der Tschecholsovakei um Volksaufstände niederzuschlagen. Auch nach Afghanistan schickten die
Sowjets Soldaten. Russland intervenierte später in Tschetschenien um einen Abfall dieser Region zu verhindern.
Die USA "verteidigte" in Vietnam die "freie Welt", was Millionen Vietnamesen, Laoten und Kambodschanern das Leben kostete. Auch Jugoslawien, Afghanistan und der Irak wurden mit Kriegen uberzogen. Mit allerlei Argumenten und Luegen wurden
diese Eingriffe als "gerechte Kriege" verkauft.
In vielen Fällen wurde aber von den USA nicht militärisch, sondern verdeckt operiert, um einen Regimewechsel zu erwingen. Erinnert sei da an den Iran unter Mossadegh oder unter Chile unter Allende.