1. Mai im Zeichen sozialer Gesetzgebung
publiziert: Samstag, 1. Mai 2010 / 18:13 Uhr / aktualisiert: Samstag, 1. Mai 2010 / 18:35 Uhr

Millionen Menschen sind traditionell zum 1. Mai in vielen Teilen Europas auf die Strasse gegangen. Sie demonstrierten für Arbeitnehmerrechte und soziale Gesetzgebung. Allein in Russland waren es nach Behördenangaben in über 1000 Städten etwa 1,7 Millionen Menschen.

Demonstrationen in vielen Teilen Europas am heutigen 1. Mai.
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In Russland verlangten mehrere tausend Anhänger der Kommunisten den Rücktritt von Regierungschef Wladimir Putin. Sie warfen dem Ex-Kremlchef eine schlechte Wirtschaftspolitik vor und protestierten gegen die ihrer Ansicht nach zu hohen Lebenshaltungskosten. Eine oppositionelle Kundgebung in der zweitgrössten Stadt St. Petersburg wurde kurzfristig verboten.

In Frankreich fanden rund 280 Veranstaltungen mit zehntausenden Teilnehmern statt. Die dortigen Proteste richteten sich vor allem gegen die Politik von Präsident Nicolas Sarkozy und dessen geplante Rentenreform.

In Istanbul kamen 200'000 Menschen zusammen und verlangten sichere Beschäftigung und menschliche Arbeitsverhältnisse. Rund 20'000 Polizisten sicherten die Kundgebung im Zentrum der türkischen Metropole.

Nächtliche Krawalle in Berlin erwartet

Es war das erste Mal seit über 30 Jahren, dass eine Mai-Kundgebung auf dem Taksim-Platz in Istanbul stattfand. Der Platz war für Gewerkschafts-Kundgebungen gesperrt worden, nachdem bei einer Mai-Demonstration 1977 Unbekannte mindestens 34 Gewerkschaftsmitglieder erschossen hatten.

Bei 1.-Mai-Kundgebungen in Deutschland geisselten Gewerkschafter die Auswüchse an den Finanzmärkten. Es gab rund 450 Veranstaltungen mit insgesamt fast 500'000 Teilnehmern.

Im Brennpunkt standen Berlin, Würzburg, Schweinfurt und Erfurt. Bis zum späten Nachmittag verliefen die Proteste friedlich. In Berlin stellte sich die Polizei auf nächtliche Krawalle im Stadtteil Kreuzberg ein.

(fkl/sda)

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