15 Festnahmen nach Moschee-Anschlag in Pakistan

publiziert: Sonntag, 6. Jul 2003 / 12:38 Uhr

Quetta - Zwei Tage nach dem Anschlag auf eine schiitische Moschee im pakistanischen Quetta sind mindestens 15 Menschen festgenommen worden.

Quetta in Pakistan.
Quetta in Pakistan.
Die Verhafteten seien Mitglieder radikaler sunnitischer Moslem-Gruppen, sagte der stellvertretende Polizeichef der Provinz Baluchistan, Humayun Jogezai. Die Festnahmen sind Teil unserer Ermittlungen, wir betrachten aber alle andere Aspekte, einschliesslich der Mitwirkung ausländischer Kräfte.

Nach Polizeiangaben hatten drei Männer während des Freitagsgebets das Feuer auf die betenden schiitischen Moslems eröffnet. Bis zu 48 Menschen kamen um. Zwei Attentäter sprengten sich nach der Schiesserei in die Luft, der dritte erlag später den Verletzungen, die er durch Schüsse der Wachleute erlitten hatte.

Bislang hat keine Gruppierung die Verantwortung für den Anschlag übernommen. In den vergangenen Jahren kamen in Pakistan bei Feindseligkeiten zwischen Angehörigen der Glaubensrichtungen der Schiiten und Sunniten hunderte Menschen ums Leben.

Etwa zehn Prozent der 140 Millionen Pakistaner zählen zur schiitischen Richtung des Islam, fast 90 Prozent zur sunnitischen. Bei Zusammenstössen zwischen den beiden Gruppen in Pakistan wurden seit Ende der 80er Jahre mehrere tausend Menschen getötet.

Am Samstag kam es in dem Ort Renala Khurd 180 Kilometer südlich von Islamabad zu einem weiteren wahrscheinlich religiös motivierten Anschlag: Ein katholischer Priester wurde von sechs unbekannten Angreifern vor seiner Kirche erschossen.

(rr/sda)

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