150 Jahre 'Dogmas der Unbefleckten Empfängnis'

publiziert: Mittwoch, 8. Dez 2004 / 17:48 Uhr

Rom - Papst Johannes Paul II. hat in einer Messe im Petersdom das 150. Jubiläum des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis Mariens gefeiert. Er betete dafür, dass Maria Frieden und Heil für alle Menschen bringen möge.

Der katholische Kirchenführer erinnerte daran, dass dieses bewundernswerte Dogma für den katholischen Glauben am 8. Dezember 1854 von Pius IX. feierlich verkündet worden war.

Pius IX. hatte mit der Proklamierung eine Glaubensüberzeugung zum Dogma erhoben, die seit dem Frühchristentum verbreitet wird. Sie besagt, dass Maria bei der Empfängnis durch ihre Mutter Anna unbefleckt und somit von der allgemeinen Schuldverflochtenheit (Erbsünde) ausgenommen war.

Machtdarstellung des Papsttums

Historisch gesehen fiel die Proklamierung des Dogmas in eine für die Kirche äusserst unruhige Zeit. Im Zuge der Aufklärung und der Französischen Revolution wurde die Kirche durch den herrschenden Liberalismus immer weiter in die Ecke gedrängt.

Mit der Verkündigung des neuen Dogmas vollzog Pius IX. eine neue Machtdarstellung des Papsttums. Nur vier Jahre später kam es nach Auffassung der Kirche zu Marienerscheinungen im französischen Lourdes.

Dort soll sich die Mutter Gottes nach Angaben der 14-jährigen Bernadette Soubirous ihr auf wiederholte Nachfrage hin selbst als Unbefleckte Empfängnis zu erkennen gegeben haben. Dies wurde allgemein als Bestätigung des Dogmas verstanden. Heute gilt Lourdes als das grösste Marienheiligtum Europas.

Irrtümliche Assoziationen

Die Übersetzung des Dogmas Immaculata Conceptio in die Bezeichnung Unbefleckte Empfängnis hat vor allem im deutschsprachigen Raum dazu geführt, dass irrtümlich Assoziationen mit Sexualität und der Jungfrauengeburt hergestellt werden.

Der 8. Dezember ist in vielen katholisch geprägten Ländern, so auch in Italien, bis heute staatlicher Feiertag.

(bert/sda)

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