16 Monate Gefängnis für die Schweizer Geiseln

publiziert: Dienstag, 1. Dez 2009 / 18:59 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 2. Dez 2009 / 09:42 Uhr

Tripolis - Die zwei Schweizer, die seit Juli 2008 in Libyen festgehalten werden, sollen wegen Visavergehen ins Gefängnis: Ein Gericht in der Hauptstadt Tripolis verurteilte sie zu 16 Monaten Haft und zu einer Busse von umgerechnet 1600 Franken.

Visavergehen haben sich die Schweizer zu Schulden kommen lassen.
Visavergehen haben sich die Schweizer zu Schulden kommen lassen.
8 Meldungen im Zusammenhang
Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte das Urteil am Abend. Die zwei Männer seien in Abwesenheit verurteilt worden und befänden sich weiterhin in der Schweizer Botschaft in Tripolis, erklärte EDA-Sprecher Lars Knuchel. Laut Knuchel fiel das Urteil schon am Montag.

Das Aussendepartement bleibe in engem Kontakt mit den Angehörigen und koordiniere das weitere Vorgehen, versicherte Knuchel. Nähere Angaben wollte er «im Interesse der Betroffenen» nicht machen. Auch der Arbeitgeber der beiden Männer, ABB, bestätigte das Urteil, nannte aber keine Details.

Zweites Verfahren hängig

Gemäss den Nachrichtenagenturen AFP und Reuters werden den Schweizern nur gerade diejenigen 20 Tage an die Haftstrafe angerechnet, die sie im Sommer 2008 effektiv hinter Gitter sassen. Anschliessend waren sie gegen Kaution freigelassen worden, werden aber bis heute in Libyen festgehalten.

Max Göldi und Rachid Hamdani haben nun eine Woche Zeit, Rekurs gegen das Urteil einzulegen. Gleichzeitig steht den Schweizern laut AFP noch ein zweites Verfahren ins Haus. Dabei geht es um unbewilligte wirtschaftliche Tätigkeiten.

Vorwurf: Visa- und Steuervergehen

Die beiden Schweizer waren am 19. Juli 2008 in Libyen festgenommen worden. Damals wurden ihnen Visa- und Steuervergehen vorgeworfen. In der Schweiz wurde die Festnahme aber als Reaktion gewertet auf eine umstrittene Aktion der Genfer Behörden.

Diese hatten vier Tage zuvor Hannibal Gaddafi, Sohn des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi, und seine Frau vorübergehend festgenommen, weil sie zwei Hausangestellte misshandelt haben sollen. Das Paar kam nach wenigen Tagen wieder frei, doch nun entwickelte sich ein gehässiger Streit zwischen den beiden Ländern.

(fest/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die zwei in Libyen zu 16 Monaten Gefängnis verurteilten Schweizer ... mehr lesen
Die Schweizer werden von Hannibal Gaddafi seit Sommer 2008 in Libyen festgehalten. (Archivbild)
Bern - Amnesty International hat zusammen mit den Familienangehörigen eine Solidaritätskampagne für die beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer lanciert. Die Bevölkerung wird aufgefordert, Unterstützungs-Postkarten an Rachid Hamdani und Max Göldi nach Tripolis zu senden. mehr lesen  2
Dossier mit juristischen Mitteln abschliessen: Bundesrat Merz in der gestrigen Fragestunde des Nationalrats.
Bern - Bundespräsident Hans-Rudolf ... mehr lesen 1
Bern - Die in Libyen verurteilten ... mehr lesen
Typisch Libyen: Die bulgarischen Krankenschwestern erhielten an Weihnachten ihr Todesurteil.
Was bezweckt Revolutionsführer Muammar Gaddafi?
Es mutet seltsam an, dass Libyen gerade jetzt die beiden Schweizer Geiseln zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt hat. Experten sind sich darüber uneins, ob es um viel Lösegeld, um die ... mehr lesen 2
Weitere Artikel im Zusammenhang
Die Schweiz lässt am WEF keine Libyer zu.
Genf - Libysche Staatsangehörige dürfen nicht am WEF 2010 in Davos teilnehmen. «Solange die Beziehungen zwischen der Schweiz und Libyen nicht normalisiert sind, wird es keine Teilnehmer aus ... mehr lesen
Bern - Bundespräsident Hans-Rudolf ... mehr lesen 4
Sie hätten die gesetzten Ziele erreicht und «wenn man die Resultate betrachtet, ging kein einziges Dossier schief», sagte Merz.
Frage an Radio Eriwan?
Warum verurteilt halbes Welt das kleine Schweiz wegen Verbot von Türmchen, aber niemand sich meldet wegen Urteilsspruch gegen zwei Schweizer in Libyen? Antwort von Radio Eriwan: Kleines Schweiz hat Schokolade, schöne Berge aber nix Öl.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Nach Einschätzung von «Kinderkrebs Schweiz» kommt es in 20% der Fälle zu einer endgültigen Ablehnung.
Nach Einschätzung von «Kinderkrebs ...
Versicherungen Der Bundesrat sieht sich nicht veranlasst, die Einzelvergütung von Medikamenten speziell bei krebskranken Kindern zu verbessern. Seiner Einschätzung, die Krankenversicherer würden den jährlich rund 270 eingereichten Gesuchen für eine Kostengutsprache nahezu zu hundert Prozent entsprechen, widerspricht der Dachverband «Kinderkrebs Schweiz». mehr lesen  
Vernetzte Geräte müssen die Privatsphäre ihrer Benutzerinnen und Benutzer besser schützen. Neue Bestimmungen in der Verordnung des BAKOM über Fernmeldeanlagen (VFAV) erhöhen die Cybersicherheit von bestimmten, auf dem Schweizer Markt erhältlichen, drahtlosen Geräten wie Smartphones, Smartwatches, Fitness-Trackern und drahtlosen Spielzeugen. Die Revision tritt am 1. September 2022 in Kraft. mehr lesen  
Coronavirus  Bern - Der Bundesrat hat heute beschlossen, das summarische Abrechnungsverfahren für Kurzarbeitsentschädigung (KAE) bis zum 31. März 2022 für alle Unternehmen zu verlängern. Vom 1. Januar 2022 bis zum 31. März 2022 wird zudem die Karenzzeit für alle Unternehmen aufgehoben. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 9°C 12°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 10°C 12°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen wechselnd bewölkt
St. Gallen 8°C 10°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern 9°C 12°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Luzern 10°C 13°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Genf 9°C 14°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Lugano 11°C 18°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen anhaltender Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten