195 Tote und 300 Verletzte bei israelischem Luftangriff
publiziert: Samstag, 27. Dez 2008 / 11:10 Uhr / aktualisiert: Samstag, 27. Dez 2008 / 16:52 Uhr

Gaza - Bei israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen sind mindestens 195 Palästinenser getötet worden. Über 300 Personen seien verletzt worden, rund 120 davon schwer, hiess es von Seiten der palästinensischen Rettungskräfte.

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Israels Verteidigungsminister Ehud Barak drohte mit weiteren und härteren Angriffen, sollte dies nötig sein. Der Kampf werde schwierig und lang, sagte Barak. Aber es sei die Zeit zum Handeln und Kämpfen gekommen. Seit Monaten habe sich Israel auf einen harten Schlag gegen die radikalislamische Hamas-Bewegung im Gazastreifen vorbereitet um die Angriffe auf die israelische Zivilbevölkerung zu stoppen.

Das sei die höchste Opferzahl an einem Tag seit dem Sechstagekrieg von 1967, hiess es. Unter den Toten ist auch der Polizeichef der radikal-islamischen Hamas, Taufik Dschaber.

Israel hatte überraschend Polizeistationen, Sicherheitseinrichtungen und Waffenlager der Hamas angegriffen. Ein Armeesprecher bezeichnete dies als eine Reaktion auf die fortwährenden Raketenangriffe militanter Palästinenser auf die israelische Zivilbevölkerung.

Hamas-Sprecher Fausi Barhum sprach von einem «offenen Krieg gegen die palästinensische Bevölkerung». Die Hamas werde auf dieses «Blutbad» antworten und Israel werde einen Preis bezahlen.

In Gaza-Stadt sei unter anderem sei ein Polizeigelände in Gaza beschossen worden, wo gerade eine Abschlussfeier für Polizeirekruten stattgefunden habe, sagte ein Sprecher der Hamas-Polizei. Er sprach von etwa 40 Opfern. Unter den Toten sei auch Polizeichef Taufik Dschabber, meldete das Radio.

Internationale Kritik

Der israelische Luftangriff auf den Gazastreifen ist international scharf kritisiert worden. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy warf Israel unverhältnismässigen Gewalteinsatz vor.

Die USA forderten Israel auf, Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden. Die Hamas-Bewegung solle ihrerseits die Raketenangriffe auf Israel einstellen, wenn sie ein Ende der Gewalt wolle, sagte ein Sprecher des Weissen Hauses.

Die Länder der Nahost-Region verurteilten die massiven Angriffe Israels. Der ägyptische Präsident Husni Mubarak ordnete an, den geschlossenen Grenzübergang Rafah für die Aufnahme von Verletzten zu öffnen.

Abschlussfeier beschossen

In Gaza-Stadt sei unter anderem sei ein Polizeigelände in Gaza beschossen worden, wo gerade eine Abschlussfeier für Polizeirekruten stattgefunden habe, sagte ein Sprecher der Hamas-Polizei. Er sprach von etwa 40 Opfern. Unter den Toten sei auch Polizeichef Taufik Dschabber, meldete das Radio. Das Hauptquartier der Polizei wurde ebenfalls zerstört.

Am Angriff waren Kampfhelikopter und -flugzeuge beteiligt. Über der Stadt stand schwarzer Rauch. Auf den Strassen lagen Tote, viele in Uniformen. Die Hamas und andere radikale Palästinensergruppen riefen ihre Kämpfer auf, Rache für den israelischen Angriff zu nehmen.

Forderungen nach Reaktion

In Israel waren in den vergangenen Tagen die Forderungen nach Militärmassnahmen gegen die Hamas immer lauter geworden, nachdem der Süden des Landes binnen einer Woche mehr als 200 Mal aus dem Gazastreifen heraus beschossen worden war.

Ein israelischer Armeesprecher stellte zudem klar, welcher Personenkreis von Israel als Terrorist eingestuft wird. «Jeder, der Terrorismus unterstützt, Terroristen in seinem Haus beherbergt und Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilder benutzt, wird als Terrorist angesehen», heisst es.

Der Gazastreifen wird von der radikalislamische Hamas kontrolliert. Ein ohnehin brüchiger Waffenstillstand mit Israel war vor einer Woche ausgelaufen. Seitdem wurde der Süden Israels mit mehr als 200 Raketen aus dem Gazastreifen beschossen.

Der Angriff kam für die Menschen im Küstenstreifen völlig überraschend, weil nach israelischen Medienberichten das Sicherheitskabinett erst am Sonntag definitiv über einen Militärschlag entscheiden wollte.

(smw/sda)

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