20 Jahre Freiheitsstrafe für Mord an Ehefrau

publiziert: Freitag, 21. Nov 2008 / 16:26 Uhr

Rheinfelden - Das Bezirksgericht im aargauischen Rheinfelden hat einen 52-jährigen deutschen Physiotherapeuten zu 20 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Es sprach ihn aufgrund von Indizien des Mordes an seiner Ehefrau schuldig.

Der Mann wurde zu 20 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.
Der Mann wurde zu 20 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.
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In der Beurteilung des Tötungsdeliktes folgte das Gericht mehrheitlich der Anklage, die ebenfalls auf Mord plädiert hatte. Sie forderte eine lebenslange Freiheitsstrafe. Die Verteidigung beantragte einen Freispruch mangels Beweisen. Der Verurteilte hatte die Tat bis zuletzt bestritten.

Eine Minderheit des fünfköpfigen Gerichtes hätte den Angeklagten freigesprochen. Sie hätte den Grundsatz, «in dubio pro reo», im Zweifel für den Angeklagten, angewendet, wie die Gerichtspräsidentin in der Urteilseröffnung sagte. Der Verurteilte nahm den Schuldspruch schluchzend entgegen und sackte in sich zusammen.

Das Opfer, eine damals 38-jährige Physiotherapeutin, war in der Nacht auf den 22. Januar 2006 im Schlafzimmer der Wohnung des Ehepaares in Rheinfelden erdrosselt worden. Erst vier Monate später war der Ehemann als Tatverdächtiger festgenommen worden.

«Sehr schweres Verschulden»

Das Gericht attestierte dem Angeklagten ein «sehr schweres Verschulden». Er habe aus purem Egoismus ein Menschenleben ausgelöscht. Die Tat habe er bis ins kleinste Detail geplant und ausgeführt.

Als Motiv nannte das Gericht «erhebliche Eheprobleme». Er habe eine Familienfeier im Schwarzwald zum Anlass genommen, in der Nacht heimlich nach Rheinfelden zu fahren und seine ihm lästig gewordene Ehefrau aus dem Weg zu räumen.

Mangels Tatzeugen oder Geständnis begründete das Gericht seine Einschätzung mit Indizien, insbesondere mit DNA-Spuren des Angeklagten am Tatort sowie am Hals und am Nachthemd der Toten.

Der Prozess dauerte acht Tage. Dabei wurden insgesamt 40 Zeugen und sechs Sachverständige befragt. Es war einer der grössten Indizienprozesse der letzten Jahre.

(smw/sda)

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