4,5 Prozent sind in psychologischer Behandlung

publiziert: Montag, 30. Aug 2004 / 11:13 Uhr

Neuenburg - Fünf von hundert Personen in der Schweiz sind wegen psychischer Beschwerden in Behandlung. Bei den Männern blieb der Anteil mit 2,9 Prozent praktisch unverändert, während er bei den Frauen auf 6,0 Prozent stark anstieg.

Männer werden vor allem wegen Alkohol- und Drogenproblemen behandelt.
Männer werden vor allem wegen Alkohol- und Drogenproblemen behandelt.
2002 wurden laut Mitteilung des Bundesamtes für Statistik (BFS) 4,5 Prozent der Schweizer Bevölkerung psychiatrisch oder psychotherapeutisch behandelt. 1997 waren es noch 4,1 Prozent gewesen.

Männer müssen insbesondere wegen Alkohol und Drogen behandelt beziehungsweise hospitalisiert werden, während bei den Frauen depressive und neurotische Störungen dominieren. Dies zeigt eine Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums.

Druck auf Kliniken nimmt zu

Zwischen 20 und 40 Jahren ist die Hospitalisierungsrate bei den Männern höher als bei den Frauen. Ambulant seien vor allem Jugendliche und ältere Männer deutlich unterversorgt, heisst es in der Studie.

Betagte nehmen eher Kliniken in Anspruch als ambulant praktizierende Psychiater. Mit der Zunahme alter pflegebedürftiger Menschen wird laut BFS der Druck auf die psychiatrischen Kliniken weiter zunehmen. Die Verbesserung der ambulanten psychiatrischen Versorgung Betagter sei eine grosse Herausforderung für die Zukunft.

Grosse Unterschiede

Wie viele der psychisch kranken Betagten freiwillig hospitalisiert werden, ist nicht bekannt. 2000 waren 29,1 Prozent aller Eintritte in psychiatrische Kliniken unfreiwillig. Von Kanton zu Kanton gibt es dabei grosse Unterschiede, was auch mit der Handhabung des fürsorgerischen Freiheitsentzugs zusammenhängt.

Zwischen 1997 und 2002 sind die Kosten der Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung um 15 Prozent auf 354 Millionen Franken angestiegen.

In den psychiatrischen Kliniken nahmen sie um 18 Prozent auf 568 Millionen zu. Diese Steigerung liegt unter dem Mittel der gesamten Grundversicherung.

(rp/sda)

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