56'000 Tote nach Erdbeben in China

publiziert: Freitag, 23. Mai 2008 / 16:40 Uhr / aktualisiert: Freitag, 23. Mai 2008 / 16:57 Uhr

Peking - Elf Tage nach dem katastrophalen Erdbeben in Südwestchina ist die Zahl der bestätigten Toten auf fast 56'000 gestiegen. Weitere 25'000 Menschen werden in der Erdbebenprovinz Sichuan noch vermisst.

Der Wiederaufbau der Schäden soll drei Jahre dauern, wird geschätzt.
Der Wiederaufbau der Schäden soll drei Jahre dauern, wird geschätzt.
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5,46 Millionen Häuser seien durch das Erdbeben vollständig zerstört worden, sagte am Freitag der Vizegouverneur von Sichuan, Li Chengyun, laut amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua. Fast sechs Millionen Gebäude haben schwere Schäden davon getragen. Der Wiederaufbau in der durch das Erdbeben verwüsteten Region dürfte drei Jahre dauern, sagte Li Chengyun.

Radioaktive Strahlung

Experten machten zudem 50 gefährliche Quellen mit radioaktiver Strahlung aus. Die Lage sei aber unter Kontrolle, versicherten die Behörden.

35 Strahlenquellen seien geborgen, die restlichen gefunden, aber noch nicht gesichert worden, sagte der stellvertretende Umweltminister Wu Xiaoqing am Freitag. Radioaktivität sei bisher aber noch nicht ausgetreten.

Im Katastrophengebiet im Südwesten China liegt das grösste Forschungszentrum für Atomwaffen in Mianyang. Ausserdem beherbergt die Region mehrere geheime Atomanlagen, aber kein Kernkraftwerk.

Angst vor Flutwelle

Aus Angst vor einer Flutwelle durch den Bruch eines natürlichen Dammes, der sich in Tangjiashan im Landkreis Beichuan durch einen Erdrutsch in einem Fluss gebildet hat, sind flussabwärts abermals Evakuierungen angeordnet worden.

Ministerpräsident Wen Jiabao hatte am Vortag den See inspiziert, der sich aufgestaut hatte, nachdem ein Bergrutsch den Fluss blockiert hatte. In Tangjiashan liegt einer der drei grössten dieser insgesamt 33 Seen.

Mit den anhaltenden Regenfällen, dem steigenden Wasserstand und den Nachbeben wächst die Gefahr, dass diese natürlichen Dämme aus Felsen, Geröll und Erde brechen und dass eine Flutwelle weiter unterhalb gelegene Gebiete überrollt.

Die Wasserbehörden versuchten mit der Erklärung, dass «keine grössere Krise» erwartet wird, die Menschen zu beruhigen. Doch wurden die Evakuierungen angeordnet, um eventuelle Opfer zu vermeiden.

Li Chengyun berichtete, rund 800 Verletzte müssten in andere Provinzen verlegt werden. In Sichuan allein seien 55 740 Tote gezählt. In Nachbarprovinzen waren ausserdem mindestens 577 Menschen ums Leben gekommen.

Zelte und Medikamente

Nach Angaben des Vize-Gouverneurs benötigt die notleidende Bevölkerung dringend Zelte und Medikamente, insbesondere Antibiotika. Bisher seien 443 340 Zelte und drei Millionen Kleidungsstücke in der Erdbebenregion eingetroffen.

Die Schweiz schickte über 1000 Zelte, die 8000 Menschen Obdach bieten. Am Freitag traf zudem ein mobiles Spital aus Deutschland in der Erdbebenregion ein, das die medizinische Grundversorgung von 250 000 Menschen ermöglicht.

Nach Klagen über eine unzureichende Reaktion in den ersten Tagen nach dem Erdbeben in der Stadt Dujiangyan berichtete der Vizegouverneur, dass vier Funktionäre wegen Vernachlässigung ihrer Pflichten bestraft worden seien.

(fest/sda)

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