Gefährliche Suche nach Opfern wegen Einsturzgefahr

75 Tote und weitere Gefahr in Christchurch

publiziert: Mittwoch, 23. Feb 2011 / 07:26 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 23. Feb 2011 / 16:22 Uhr
Eingestürztes Gebäude in Christchurch.
Eingestürztes Gebäude in Christchurch.

Christchurch - Nach dem schweren Erdbeben in Neuseeland haben die Rettungsdienste die Suche nach Überlebenden in einigen beschädigten Gebäuden wegen Einsturzgefahr abgebrochen. Insgesamt waren bis Mittwoch 75 Leichen geborgen worden. Bis zu 300 Menschen wurden noch vermisst.

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Allein im Canterbury-Television-Gebäude wurden 50 Menschen vermutet, die nach Einschätzung der Polizei das Beben aber ohnehin nicht überlebt haben dürften. «Wir glauben, dass es dort keine Überlebenschance gab», sagte Einsatzleiter David Lowry.

Die teils ausgebrannte Ruine des Gebäudes drohe einzustürzen und es sei zu gefährlich für die Helfer, dort weiter zu suchen, sagte Lowry. Frühere Berichte, wonach mindestens 15 Menschen in dem Gebäude überlebt hatten, erwiesen sich als falsch.

Die Helfer hätten seit Stunden keinerlei Lebenszeichen aus den Trümmern gehört. In dem Gebäude werden auch elf japanische Studenten vermutet.

Auch das 26-stöckige Grand Chancellor Hotel in der Nähe stand unter akuter Einsturzgefahr. Christchurch wurde immer wieder von deutlich spürbaren Nachbeben erschüttert.

Ausgangssperre

Das Beben war am Dienstagmittag passiert, als in der Innenstadt von Christchurch mit 390'000 Einwohnern Hochbetrieb herrschte. Die Regierung rief den nationalen Notstand aus. Damit erhält das Amt für Zivilverteidigung weitreichende Befugnisse, um die Rettungsaktion mit Kräften aus dem ganzen Land zu koordinieren.

Für Teile von Christchurch wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

Regierungschef John Key sprach von «Tod und Zerstörung in fürchterlichem Ausmass». Er hatte das Erdbebengebiet am Dienstag besucht. «Familien haben ihre Angehörigen verloren, Freunde ihre Freunde. Dieser Verlust ist das Schlimmste», sagte Regierungschef Key. «Gebäude sind nur Gebäude, Strassen nur Strassen, aber die Menschen sind unersetzlich.»

Irrtum bei Rettung

Der Jubel über die vermeintliche Rettung eines Erdbebenopfers ist am Mittwoch in Verzweiflung umgeschlagen. Eine Frau, die nach 22 Stunden gerettet worden ist, war nicht diejenige, die sich am Dienstag per Handy bei ihrer Familie und einem Fernsehsender gemeldet hatte.

Die Australierin Anne Voss, die dem Fernsehpublikum berichtete, dass sie eingeklemmt unter einem Schreibtisch auf Rettung warte, wurde entgegen ersten Berichten am Mittwoch noch vermisst, berichteten australische Medien.

(bert/sda)

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