Abhörskandal in Italien

publiziert: Donnerstag, 21. Sep 2006 / 16:40 Uhr

Rom - Die italienische Justiz hat einen illegalen Abhörring aufgedeckt und 21 Verdächtige festgenommen.

Auch Polizisten seien in den Skandal verwickelt.
Auch Polizisten seien in den Skandal verwickelt.
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Die Verzweigungen des Netzwerks reichen weit in die Sicherheitsbehörden und den Konzern Telecom Italia hinein. Nach Medienangaben wurden tausende Italiener abgehört.

Unter den Festgenommenen seien der Pirelli-Sicherheitschef Pierguido Iezzi, der frühere Telecom-Sicherheitschef Giuliano Tavaroli sowie elf Beamte von Finanzpolizei und Carabinieri, gab die Mailänder Staatsanwaltschaft bekannt.

Den Festgenommenen werden Korruption und illegaler Zugriff auf Telefon- und Bankdaten zur Last gelegt. Die Daten dienten laut Staatsanwaltschaft als «Instrument für Druck, Drohungen und Erpressung in der Hand einer kleinen Gruppe».

Erkenntnisse für Erpressungen genutzt

Dabei gewonnene vertrauliche Erkenntnisse seien weiterverkauft oder für Erpressungen genutzt worden, berichteten Zeitungen unter Berufung auf Justizangaben. Die Täter hätten auf diese Weise insgesamt 20 Millionen Euro (31,75 Millionen Fr.) eingenommen.

Ermittler hätten auf beschlagnahmten Computern und in Unterlagen zehntausende Namen möglicher Opfer gefunden. Politiker von Regierung und Opposition zeigten sich erschrocken über die Enthüllungen und forderten eine gründliche Klärung.

Mehrere Abgeordnete forderten, dass sich die Regierung von Romano Prodi vor dem Parlament zu der Affäre erklärt. Gemäss Medienangaben wurde das Abhörnetz zunächst bei Telecom Italia und deren Mutterkonzern Pirelli eingerichtet, um Angestellte zu überwachen.

Dann sei es nach und nach ausgeweitet worden, bis schliesslich Politiker, Geschäftsleute, Bankiers, Show-Grössen, Fussballspieler und Schiedsrichter belauscht wurden. Das Abhörnetz soll 1997 ins Leben gerufen worden sein.

(li/sda)

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