Tödliche Attacke verurteilt

Afghanistan: Mindestens 13 Tote bei Angriff auf UNO-Quartier

publiziert: Freitag, 1. Apr 2011 / 20:16 Uhr / aktualisiert: Freitag, 1. Apr 2011 / 22:48 Uhr

Kabul - Bei Protesten gegen eine Koran-Verbrennung in den USA haben Demonstranten im nordafghanischen Masar-i-Scharif die dortige UNO-Zentrale angegriffen und mindestens acht Ausländer getötet. Auch fünf Demonstranten kamen ums Leben.

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Der Sprecher der afghanischen Polizei für die Nordregion, Lal Mohammad Ahmadsai, sagte, bei allen acht Toten der UNO habe es sich um ausländische Mitarbeiter gehandelt. Drei davon seien nepalesische Wachmänner gewesen, ein Offizier soll aus Norwegen stammen.

Ein weiteres Opfer kam aus Schweden, wie das Aussenministerium in Stockholm bestätigte. Die Nationalität der anderen Toten war zunächst nicht bekannt.

Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters wurden möglicherweise gar bis zu 20 UNO-Mitarbeiter getötet. Wie diese aus dem UNO-Hauptquartier in New York erfuhr, wurden wahrscheinlich in- und ausländische Mitarbeiter der Weltorganisation sowie Wachleute und nepalesische Gurkha-Spezialsoldaten getötet.

Tat verurteilt

US-Präsident Barack Obama und UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilten die tödliche Attacke. Bei den Getöteten und Verletzten habe es sich um «tapfere Männer und Frauen» gehandelt, die sich für den Aufbau von Afghanistan durch die eingesetzt hätten, sagte Obama in Washington.

Ban sagte bei einem Besuch in der kenianischen Hauptstadt Nairobi: «Das war ein abscheulicher und feiger Anschlag auf Mitarbeiter der Vereinten Nationen, der unter keinen Umständen gerechtfertigt Menschen aufgewiegeltwerden kann.» Er habe seinen Sondergesandten Staffan de Mistura angewiesen, sofort zum Anschlagsort im nordafghanischen Masar-i-Scharif zu eilen, um die Hintergründe zu klären.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in der Provinzhauptstadt Masar-i-Scharif wurden bei den Ausschreitungen ausserdem fünf Demonstranten getötet und 20 verletzt. Die Toten und die Verletzten seien ins Spital gebracht worden, sagte Behördenchef Mirwais Rabeh. Die Opfer hätten Schussverletzungen.

(bg/sda)

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